Bank of England lockert Geldpolitik nicht weiter - künftiger Kurs offen

(Ausführliche Fassung)
03.11.2016 13:28

LONDON (awp international) - Die britische Notenbank hat gut vier Monate nach dem Brexit-Votum ihre Geldpolitik nicht weiter gelockert. Zudem haben die Währungshüter klargestellt, dass künftig je nach wirtschaftlicher Lage sowohl zusätzliche geldpolitische Lockerungen als auch ein strafferer Kurs möglich seien. Der Leitzins bleibe unverändert bei 0,25 Prozent, teilte die Bank of England (BoE) am Donnerstag in London mit. Auch die Wertpapierkäufe werden demnach nicht aufgestockt. Experten hatten mit diesen Entscheidungen gerechnet. Das Britische Pfund legte nach der Bekanntgabe zu.

Die Entscheidungen seien einstimmig gefallen, hiess es von der Notenbank. Wenn sich an den wirtschaftlichen Aussichten etwas ändern werde, dann könne man in beide Richtungen reagieren. Sowohl eine künftige geldpolitische Lockerung als auch ein strafferer geldpolitischer Kurs sind also offenbar möglich. Bis zum zweiten Quartal 2017 rechnen die Notenbanker mit einer Inflation von über zwei Prozent. Eine hohe Inflation spricht tendenziell gegen weitere geldpolitische Lockerungen. Die Notenbank stellte klar, dass zu hohe Inflation nicht akzeptieren werde.

Kurz nach dem Votum der Briten für einen Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union hatte die BoE zur Stützung der britischen Konjunktur ihren Leitzins von 0,5 auf 0,25 Prozent reduziert, den Kauf zusätzlicher Staats- und Unternehmensanleihen eingeleitet sowie ein neues Programm zur Belebung der Kreditvergabe aufgelegt.

Für eine weitere geldpolitische Lockerung gab es aus Sicht vieler Experten aber aktuell keinen Anlass, denn die britische Wirtschaft zeigte sich im dritten Quartal mit einem Wachstum um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal vom Brexit-Votum vorerst unbeeindruckt. Ausserdem hätte eine weitere Lockerung der Geldpolitik das ohnehin schon geschwächte Britische Pfund tendenziell weiter unter Druck gesetzt./tos/jsl/fbr/zb

(AWP)