Bank of England sieht vorerst von geldpolitischer Lockerung ab

(Meldung weiter ausgebaut)
14.07.2016 13:32

LONDON (awp international) - Die britische Notenbank hat drei Wochen nach dem Brexit-Votum vorerst ihren geldpolitischen Kurs überraschend unverändert gelassen und gleichzeitig eine Lockerung im August in Aussicht gestellt. Der Zinssatz bleibe auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent, teilte die Bank of England am Donnerstag in London mit. Die Entscheidung sei mit einer Gegenstimme gefallen. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 0,25 Prozent erwartet.

"Der geldpolitische Ausschuss hat sich verpflichtet zu tun, was immer nötig ist, um das Wachstum zu stützen und die Inflation innerhalb eines angemessenen Zeitraums auf die Zielrate zurückzubringen", teilte die Notenbank mit. "Aus diesem Grund erwarten die meisten Mitglieder des Ausschusses eine geldpolitische Lockerung im August."

KEINE NEUEN WERTPAPIERKÄUFE

Das Pfund legte nach der Entscheidung zu, während es bei britischen Staatsanleihen wenig Bewegung gab. Bei 0,5 Prozent liegt der Leitzins seit mehr als sieben Jahren.

Von der Reaktivierung eines milliardenschweren Wertpapierkaufprogramms sah die Notenbank ebenfalls ab. Im Zuge der Finanzkrise hatte die Bank of England Staatsanleihen und andere Vermögenswerte für insgesamt 375 Milliarden Pfund in ihre Bücher genommen, um die Marktzinsen zusätzlich zu drücken. Seit Herbst 2012 ruhten diese Wertpapierkäufe. Experten hatten vor der Zinsentscheidung die Möglichkeit ins Spiel gebracht, das Programm könnte fortgeführt werden.

Notenbankenchef Mark Carney hatte Ende Juni eine geldpolitische Lockerung "im Laufe des Sommers" signalisiert. Die nächste Zinsentscheidung wird nach derzeitiger Planung im August fallen./tos/jkr/fbr

(AWP)