Bei Mobile Payment und Twint ist das Glas laut IFZ halbvoll

Etwas mehr als 0,2% der Zahlungen in der Schweiz werden heute über eine Smartphone-App getätigt. Diesen Marktanteil schätzt das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ in seiner FZ Retail Banking-Studie 2017. Trotzdem sieht das Institut das Glas für Mobile Payment und Twint im Speziellen als halbvoll an.
17.11.2017 08:22

Dass die Marktentwicklung von Mobile Payment in der Schweiz teilweise belächelt worden sei, hänge primär mit überhöhten Erwartungen zusammen, schreiben die Bankexperten in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie.

Dass Kunden nur zögerlich auf die neuen Dienste umsteigen, ist ihnen zufolge normal: Die Adoptionsgeschwindigkeit von Innovationen im Bereich des Bezahlens verlaufe vor allem in der Anfangsphase immer sehr langsam.

Sollte sich Mobile Payment ähnlich entwickeln wie die Kontaktlos-Funktion, könnten bis im Jahr 2020 monatlich in etwa 2,5 bis 3 Millionen Transaktionen über das Smartphone getätigt werden. Das entspräche einem Marktanteil von 1,5 bis 2%.

Das IFZ stellt zudem grundsätzlich ein grosses Interesse an Mobile Payment fest. Laut einer nicht repräsentativen Umfrage unter 309 Personen in der Deutschschweiz hat fast jeder Fünfte schon einmal via Smartphone bezahlt. 62% könnten sich das künftig vorstellen.

Laut der Studie ist es zentral, dass die Applikation vertrauenswürdig ist sowie günstiger und einfacher als herkömmliche Zahlungsvorgänge.

Bekannte Bezahlapps in der Schweiz sind etwa Twint, Apple Pay und Samsung Pay. Twint entstand aus der Fusion der UBS-, ZKB- und Six-App Paymit und der Postfinance-App Twint. Gemeinsam wollten die Banken damit Apple Pay entgegentreten.

Die neue Twint-App ist seit Mai 2017 verfügbar. In einer Mitteilung von Ende Oktober feierte Twint die 500'000. Kundin. 1200 Nutzer würden sich täglich neu registrieren. Allerdings wurde Twint bereits in einige Medien als Rohrkrepierer bezeichnet.

cf/

(AWP)