Bell und Micarna sperren Waadtländer Schweinezüchter als Zulieferer

Bern (awp/sda) - Die Fleischverarbeiter Bell und Micarna haben ihre Geschäftsbeziehungen zu einem Schweinefleischproduzenten im Kanton Waadt auf Eis gelegt. Die Tochtergesellschaften der beiden grossen Detailhändlerinnen Coop und Migros reagieren damit auf ein Video aus dem Internet, welches auf eine schlechte Tierhaltung in drei Schweinezuchtbetrieben schliessen lässt.
10.09.2016 21:58

Das rund siebenminütige Video wurde am Dienstag von der Tierschutzorganisation MART (Mouvement pour les animaux et le respect de la Terre) online gestellt. Darauf sind Schweine zu sehen, die unsauber und auf engem Raum gehalten werden. Einige der Tiere sind verletzt.

Laut den Machern des Videos wurden die Aufnahmen in drei verschiedenen Schweinezuchtbetrieben im Kanton Waadt gemacht.

Die Firma Micarna erkannte aufgrund einer der Betriebe einen ihrer Lieferanten wieder. Es sei nicht auszuschliessen, dass dieser die Micarna mit Schweinefleisch beliefere, sagte deren Sprecher Roland Pfister zur Nachrichtenagentur sda. Die Geschäftsbeziehung zu diesem Lieferanten sei deshalb vorsorglich suspendiert worden.

Die Firma Bell bezieht aus den betroffenen Betrieben zwar kein Schweinefleisch, wie Coop-Sprecherin Nadja Ruch auf Anfrage schriftlich erklärte. Der Produzent sei jedoch als Lieferant ebenfalls gesperrt worden.

Die Sperrung werde solange aufrecht erhalten, bis eine schriftliche Bestätigung des Kantonstierarztes vorliege, dass die Betriebe den gesetzlichen Anforderungen entsprächen, so die Coop-Sprecherin. Über das Thema berichtete am Samstag das Westschweizer Radio RTS.

(AWP)