BoE-Vize Shafik deutet weitere Lockerung der Geldpolitik an

LONDON - (awp international) - Die stellvertretende britische Notenbankpräsidentin Minouche Shafik hat die Finanzmärkte auf eine mögliche weitere Lockerung der Geldpolitik in Grossbritannien eingestellt. Unter Umständen sei nach dem "erheblichen Konjunkturschock" nach dem Brexit-Votum eine neue Lockerung notwendig, sagte Shafik am Mittwoch in einer Rede in London. Mit den Massnahmen könnte sichergestellt werden, dass ein zu erwartender Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten nicht in eine gefährliche Entwicklung münde.
28.09.2016 10:50

Der Zeitpunkt für eine weitere Lockerung der Geldpolitik hänge von der Entwicklung der Konjunkturdaten "in den kommenden Wochen und Monaten ab", sagte Shafik weiter. Zuletzt hatte die BoE Anfang August ihre Geldpolitik gelockert, um negative Folgen des Brexit-Votums für die konjunkturelle Entwicklung einzudämmen. Die Notenbank hatte den Leitzins auf ein neues Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt und eine Ausweitung der Wertpapierkäufe beschlossen. Aus dem Protokoll zur jüngsten Zinssitzung war hervorgegangen, dass die meisten Notenbanker mit einer zusätzlichen Lockerung rechnen.

Auslöser für das weitere Öffnen der Geldschleusen der Bank of England war das überraschende Brexit-Votum in Grossbritannien. Am 23. Juni hatten die Briten in einer Volksabstimmung für einen Austritt des Königreichs aus der Europäischen Union gestimmt und damit Sorgen vor einer ernsten Konjunkturflaute geschürt./jkr/bgf/stb

(AWP)