BoE-Vize warnt erneut vor Brexit-Folgen

Mit Ben Broadbent hat ein führender Vertreter der Bank of England (BoE) erneut vor den negativen Folgen des Brexits für die britische Wirtschaft gewarnt. Ein Zurückfahren des Handels mit der EU sei schädlich für das Königreich, sagte Broadbent am Dienstag in einer Rede in Aberdeen. Der Austritt werde zwar auch das Wirtschaftswachstum in der EU belasten, allerdings dürften die Folgen des Brexits für die EU-Staaten viel geringer ausfallen als in Grossbritannien.
11.07.2017 15:30

Broadbent ist der stellvertretende Notenbankchef. Bereits zuvor hatte er vor den negativen Folgen des Brexits gewarnt. Während seiner Rede vermied Broadbent Hinweise auf seine geldpolitische Haltung. Zuletzt hatte ein vergleichsweise starker Anstieg der Inflation, hervorgerufen durch das schwache Pfund, die Spekulation auf eine baldige Anhebung der Leitzinsen in Grossbritannien verstärkt. Bei der letzten Zinssitzung der BoE Mitte Juni hatte nur eine knappe Mehrheit für einen unveränderten Leitzins gestimmt. Drei von acht Notenbankern hatten hingegen für eine Zinserhöhung votiert.

Ausserdem hatte der Chef der britischen Notenbank, Mark Carney, Ende Juni erste vorsichtige Signale für eine geldpolitische Wende geliefert. Eine gewisse Rückführung der geldpolitischen Unterstützung könnte notwendig werden, sagte Carney. Zuletzt hatten aber Konjunkturdaten aus Grossbritannien mehrfach enttäuscht, was grundsätzlich gegen eine baldige Zinserhöhung spricht./jkr/tos/mis

(AWP)