Britische Bauwirtschaft kommt nach Brexit-Votum ins Schwitzen

LONDON (awp international) - Unsicherheiten rund um das Brexit-Referendum haben die Stimmung der britischen Bauunternehmer erneut getrübt. Der entsprechende Indikator sei im Juli von 46,0 auf 45,9 Punkte weiter gefallen, teilte das Londoner Marktforschungsinstitut Markit am Dienstag mit. Damit signalisiert der Indikator eine Schrumpfung. Experten hatten allerdings einen viel stärkeren Einbruch auf 44,0 Punkte erwartet.
02.08.2016 11:19

Werte unter 50 Punkten deuten auf eine Schrumpfung hin, ein Zähler von über 50 Punkten signalisiert Wachstum. Die Daten bestätigten eine starke Stimmungseintrübung seit dem zweiten Quartal, sagte Markit-Ökonom Tim Moore. Verantwortlich dafür sei vor allem der Sektor Gewerbeimmobilien. "Eine verringerte Zahl neuer Aufträge, die beendete Projekte ersetzen könnten, hat zu dem ersten Rückgang der Beschäftigung seit über drei Jahren geführt."

Die befragten Bauunternehmen bekommen laut Moore zu einem grossen Teil die anhaltenden Unsicherheiten mit Blick auf ihre Auftragsbücher zu spüren. So machten sich die erhöhte Risikoscheu und verringerte Investitionsausgaben der Kunden bemerkbar.

Im Juni war der Markit-Stimmungsindikator bereits stark eingebrochen und in den Schrumpfungsbereich gefallen. Ein Teil der Rückantworten bei der Juni-Befragung war erst nach dem Brexit-Votum vom 23. Juni eingegangen.

Inzwischen häufen sich Hinweise auf drohende Konsequenzen des Brexit-Votums auf die britische Wirtschaft. Seit dem Referendum hat sich in Grossbritannien auch die Stimmung in der Industrie, bei den Dienstleistern und bei den Konsumenten deutlich eingetrübt./tos/jkr/stb

(AWP)