Britische Verbraucher so pessimistisch wie seit Brexit-Votum nicht

Die Stimmung der Verbraucher in Grossbritannien ist so schlecht wie seit einem vorübergehenden Stimmungseinbruch nach dem Brexit-Votum nicht mehr. Der entsprechende Indikator des Marktforschungsinstituts GfK ist im Juni um fünf Punkte auf minus zehn Punkte gefallen, wie das Institut am Freitag mitteilte. "Der doppelte Druck durch steigende Preise und träges Lohnwachstum belastet die finanzielle Situation der Haushalte und verstärkt die weit verbreitete Furcht vor einer wirtschaftlichen Schwäche infolge des Brexit", sagte GfK-Experte Joe Staton.
30.06.2017 09:59

Niedriger war der Indikator mit minus 12 Punkten zuletzt kurzzeitig im Juli 2016, also in dem Monat nach dem Brexit-Votum. Seither hatte sich die Stimmung zunächst wieder deutlich erholt. Die britische Wirtschaft schien das Votum entgegen den Prophezeiungen vieler Ökonomen vorerst gut zu verkraften. Inzwischen hinkt aber die Lohnentwicklung deutlich der Inflation hinterher. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Kursverfall des britischen Pfunds infolge des Brexit-Votums, der importierte Güter in Grossbritannien verteuert.

Im Detail weisen die aktuellen Daten laut GfK auf eine gestiegene Zurückhaltung der Briten bei Ausgaben sowie bei der Schuldenaufnahme hin. Mit Blick auf die wirtschaftliche Situation in den kommenden 12 Monaten sind die Briten deutlich pessimistischer geworden. Auch das zurückliegende Jahr bewerten sie schlechter als zuletzt.

Die aktuelle Erhebung hat sowohl vor als auch nach der Parlamentswahl am 8. Juni stattgefunden. Bei der Wahl hatte Premierministerin Theresa May mit ihrer konservativen Partei die Regierungsmehrheit verloren. Die Brexit-Verhandlungen dürften Experten zufolge damit noch schwieriger und unberechenbarer werden./tos/bgf/stb

(AWP)