Britische Wirtschaft schrumpft - Debatte über Zinssenkung

Die britische Wirtschaft ist im November überraschend und spürbar geschrumpft. Dies dürfte die Debatte über eine Lockerung der Geldpolitik anheizen. Nach Angaben des Statistikamts ONS vom Montag lag die Wirtschaftsleistung (BIP) 0,3 Prozent niedriger als im Oktober. Analysten hatten dagegen im Mittel eine Stagnation erwartet.
13.01.2020 10:59

Zugleich hoben die Statistiker die Entwicklung im Oktober leicht an. Anstatt einer Stagnation ergibt sich nach neueren Daten ein leichter Zuwachs um 0,1 Prozent. Rechnerisch muss die Wirtschaft im Dezember leicht wachsen, damit für das vierte Quartal zumindest eine Stagnation zu Buche steht.

Den Angaben des ONS zufolge schrumpfte im November nicht nur die Produktion des verarbeitenden Gewerbes, sondern auch die Aktivität im wesentlich grösseren Dienstleistungssektor. Dagegen wuchs der Ausstoss am Bau und stützte die Gesamtentwicklung etwas.

Die Entwicklung gibt der Debatte über eine geldpolitische Lockerung im Königreich zusätzliche Nahrung. Angefacht hatte die Diskussion der Vorsitzende der britischen Notenbank, der Kanadier Mark Carney. In den vergangenen Tagen haben sich mehrere Notenbanker in die Debatte eingeschaltet und sich ähnlich wie Carney einer baldigen Zinssenkung nicht abgeneigt gezeigt.

Eigentlich hatte die Notenbank bis vor kurzem noch die Möglichkeit einer Zinsanhebung signalisiert, sollte der Brexit geordnet über die Bühne gehen. Dies ist für Ende Januar geplant./bgf/jkr/jha/

(AWP)