Britischer Notenbanker Weale: Lockerung im August nicht ausgemacht

LONDON (awp international) - Eine Lockerung der Geldpolitik durch die Bank of England im August ist aus Sicht von Notenbanker Martin Weale alles andere als ausgemacht. Seine Entscheidung hänge davon ab, ob der zu erwartende Wachstumsverlust infolge des Brexit-Votums grösser sei als der absehbare Inflationsschub, sagte Weale am Montag in London. Er teile nicht die Ansicht, dass die Notenbank die Finanzmärkte, die von einer Lockerung im August ausgehen, nicht enttäuschen dürfe. Zumal die Folgen des Brexit auf Wachstum und Inflation zurzeit nicht bekannt seien.
18.07.2016 11:38

Die Bank of England hatte am vergangenen Donnerstag entgegen den Markterwartungen ihre Geldpolitik nicht gelockert. Aus der Mitschrift zur jüngsten Zinssitzung geht aber hervor, dass sich die meisten Notenbanker eine Lockerung für die nächste Sitzung im August vorstellen können. Weale betonte jedoch, dies sei "in keiner Weise eine Festlegung". Vielmehr entscheide der geldpolitische Ausschuss "Monat für Monat".

Fachleute sehen die britische Notenbank in der Zwickmühle zwischen einer Lockerung ihrer Geldpolitik zwecks Wachstumsbelebung und einer geldpolitischen Straffung zur Inflationskontrolle. Während das Wachstum durch das Brexit-Votum belastet werden dürfte, könnte die Inflation infolge der geschwächten Landeswährung Pfund bald steigen. Notenbankchef Mark Carney hat mehrfach auf die Gefahr eines solchen Zielkonflikts hingewiesen./bgf/jsl/jha/

(AWP)