Britischer Notenbanker will früher mit Abbau der Notenbankbilanz starten

Das Ratsmitglied der britischen Notenbank Ian McCafferty hat einen früher als bisher geplanten Abbau der Notenbankbilanz ins Spiel gebracht. Die Bank of England (BoE) sollte ihre Pläne überdenken, mit dem Abbau der im Rahmen des Anleihekaufprogramms angesammelten Papiere im Volumen von 435 Milliarden Pfund erst dann zu beginnen, wenn der Leitzins wieder bei etwa zwei Prozent liege, sagte McCafferty in einem Interview mit der Zeitung "The Times" (Donnerstagausgabe).
13.07.2017 13:20

In der britischen Notenbank herrscht derzeit Uneinigkeit über die künftige Geldpolitik. Bei der jüngsten Zinsentscheidung der BoE Mitte Juni hatten fünf Ratsmitglieder für einen unveränderten Leitzins gestimmt und drei für eine Erhöhung votiert, darunter auch McCafferty. In dem Interview kündigte der Notenbanker ausserdem an, auch bei der kommenden Zinsentscheidung für eine Anhebung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte zu stimmen. Derzeit liegt der Leitzins in Grossbritannien auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent.

Ähnlich wie andere führende Notenbanken hatte die BoE mit einer extrem lockeren Geldpolitik gegen die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise angekämpft. Unter anderem hatten die Währungshüter auch ein Anleihekaufprogramm mit einem Volumen von 435 Milliarden Pfund beschlossen und vollständig umgesetzt./jkr/jsl/das

(AWP)