Bundesbankchef Weidmann: Bitcoins sind ökonomisch und ökologisch ineffizient

Die umstrittene Digitalwährung Bitcoin ist aus Sicht von Bundesbankpräsident Jens Weidmann keine Alternative zu klassischem Geld. "Bitcoin ist aus ökonomischer und ökologischer Sicht ineffizient", sagte Weidmann am Mittwoch laut Redetext in Frankfurt.
14.02.2018 09:02

Generell erfüllten Kryptowährungen die zentralen Funktionen von Geld - Zahlungsmittel, Wertspeicher und Recheneinheit - nur eingeschränkt. Deshalb will Weidmann auch nicht von Krypto-"Währungen", sondern vielmehr von Krypto-"Token" sprechen. "Token" ist ein allgemeinerer Begriff als Kryptowährung.

Als Zahlungsmittel fänden Bitcoin und Co. bislang kaum Verwendung, sagte Weidmann. Das Bezahlen sei umständlich, Transaktionen dauerten mehrere Minuten. "Das mag für einen Autokauf noch akzeptabel sein, zum Bezahlen an der Ladenkasse eignen sich Bitcoins damit aber nicht." Weidmann monierte darüber hinaus den hohen Stromverbrauch von Bitcoin-Transaktionen.

Zudem schwankten Digitalwährungen sehr stark im Wert. "So ist die Volatilität von Bitcoin aktuell trotz der jüngsten Börsenturbulenzen etwa sechsmal höher als die des Aktienindex S&P 500 und dreizehnmal höher als die von Gold", so Weidmann. Das schränke die Verwendbarkeit als Zahlungsmittel ein: "Ein Zahlungsmittel, das stark im Wert steigt, möchte niemand hergeben, ein Zahlungsmittel, das stark im Wert verliert, möchte niemand annehmen."

Mit Blick auf Stimmen, die eine Regulierung von Kryptowährungen fordern, verwies Weidmann auf die gemeinsame Initiative Deutschlands und Frankreichs, das Thema im Rahmen der zwanzig grössten Industrie- und Schwellenländer (G20) zu besprechen. "Denn angesichts der Tatsache, dass solche Geschäfte global angeboten werden, ist klar, dass eine nationale oder europäische Regulierung nur begrenzt wirksam sein kann."/bgf/jha/

(AWP)