Bundesbankvorstand warnt vor den Folgen eines harten Brexit

Bundesbankvorstand Joachim Wuermeling hat vor den Folgen eines harten Brexits ohne Übergangsregelungen gewarnt. In einem solchen Fall könnten "grenzüberschreitend geltende Genehmigungen und Zulassungen erlöschen", sagte Wuermeling in einem am Dienstag vorab veröffentlichten Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe). Dies hätte zur Folge, dass Finanzprodukte nicht mehr über den Ärmelkanal hinweg ausgetauscht werden. "Das könnte zu Spannungen hinsichtlich der Funktionsfähigkeit der Märkte führen", warnte Wuermeling.
28.03.2017 18:37

Im schlimmsten Fall würde der Ausstieg Grossbritanniens aus der EU zu einer Aufweichung der internationalen Finanzmarktregeln führen. "Sollten die Brexit-Gespräche nicht konstruktiv verlaufen, könnten die Briten in Versuchung geraten, die Standards massiv zu lockern, so dass ein Wettbewerbsvorteil für London entsteht", sagte Wuermeling. "In einen Wettlauf nach unten könnten andere hineingezogen werden - mit Risiken für die Finanzstabilität."

Die britische Regierung will der EU an diesem Mittwoch offiziell den Beschluss zum Austritt aus der Gemeinschaft mitteilen. Danach beginnen die Austrittsverhandlungen./jkr/stb

(AWP)