China verschärft Aufsicht bei Kreditvergabe-Plattformen

Peking (awp/sda/reu) - Die chinesische Bankenaufsicht nimmt nach mehreren Skandalen Kreditvergabe-Plattformen verstärkt unter die Lupe. Fast die Hälfte der insgesamt mehr als 4000 Plattformen seien "problematisch", teilte die Bankenaufsicht am Mittwoch mit. Einige der Firmen betrieben Schneeballsysteme und sammelten illegal Geld ein.
24.08.2016 14:11

Um den Missbrauch zu bremsen, wurden nun Obergrenzen für Kredite eingeführt. Zudem dürfen die Firmen keine Anlageprodukte mehr verkaufen und müssen Banken als Treuhänder der Kundeneinlagen mit ins Boot nehmen. "Wir bringen den Investoren bei: Kreditvergabe ist riskant, Investitionen müssen mit Vorsicht getätigt werden", sagte Li Junfeng, bei der Aufsicht zuständig für den Bereich.

Die Plattformen vermitteln Kredite zwischen Unternehmen oder Privatleuten, ohne dass Banken ins Spiel kommen. Für viele Privatleute und kleine Firmen ist das die einzige Möglichkeit, um an ein Darlehen zu kommen, weil die Banken lieber Geschäfte mit den grossen Konzernen machen. Der Sektor kommt ungefähr auf ein Volumen von 93 Mrd USD.

Im Winter wurde die einst grösste Plattform Ezubao geschlossen, nachdem bekannt wurde, dass es sich um ein betrügerisches Schneeballsystem handelte.

(AWP)