Chinas Aussenhandel legt im März deutlich zu

Chinas Geschäfte mit der Welt nehmen in den ersten drei Monaten des Jahres wieder Fahrt auf. Auch sehen Experten das Risiko eines Handelskonfliktes mit den USA schrumpfen. Doch viele Probleme bleiben ungelöst.
14.04.2017 11:47

Chinas Aussenhandel hat sich im März robust entwickelt. Nach Regierungszahlen lagen die Ausfuhren in US-Dollar gerechnet 16,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Das ist der stärkste Anstieg seit Februar 2015. Auch die Importe stiegen um 20,3 Prozent im Vergleich zum März des Vorjahres, wie die Zollverwaltung am Donnerstag in Peking berichtete. Die Entwicklung der Ein- und Ausfuhren der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt übertraf damit die Erwartungen von Analysten.

Nachdem Chinas Aussenhandel noch im Februar ein seltenes Defizit aufgewiesen hatte, verzeichnete das Land im März wieder ein Handelsplus von knapp 24 Milliarden US-Dollar. Das Land hat also gemessen am Warenwert mehr exportiert als importiert.

China hatte zuletzt eine ganze Reihe positiver Wirtschaftsdaten vorgelegt. Nach einer Talfahrt in den vergangenen zwei Jahren hatten sich etwa die Devisenreserven im März wieder über der Marke von drei Billionen US-Dollar stabilisiert. Auch der staatliche Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg auf ein Mehrjahreshoch, was auf eine bessere Stimmung bei Industriebetrieben hindeutet.

Für die kommenden Monate rechneten Experten mit einer weiteren Stabilisierung des Aussenhandels. Das Risiko eines Handelskrieges mit den USA habe nach dem Treffen der beiden Präsidenten Donald Trump und Xi Jinping in Washington abgenommen, schrieben die Analysten Rui Wang und David Qu von der australischen ANZ-Bank am Donnerstag.

In absoluten Zahlen lagen die Exporte im März bei 180,6 Milliarden US-Dollar, die Importe legten auf 156,6 Milliarden US-Dollar zu. In den ersten drei Monaten des Jahres stiegen die Ausfuhren um 8,2 Prozent, die Einfuhren machten einen Sprung um 24 Prozent.

Trotz der robusten Handelszahlen sahen Beobachter aber auch weiterhin Risiken für China. Die Wirtschaft werde derzeit vor allem von staatlichen Investitionen und dem heisslaufenden Immobilienmarkt getrieben, so die Analysten der ANZ-Bank. Auch die hohe Verschuldung der Staatsunternehmen und die anhaltende Kapitalflucht machte Wirtschaftsexperten zunehmend Sorge.

(AWP)