Chinas Exportmotor stottert - Überschuss im Handel mit USA zieht aber weiter an

Mitten im sich weiter verschärfenden Handelskonflikt mit den USA hat Chinas Exportmotor im August stärker als erwartet geschwächelt. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten waren dabei aber noch einer der stärksten Treiber. Der von US-Präsident Donald Trump so stark gescholtene Überschuss im Handel mit den Vereinigten Staaten stieg so auf den höchsten Stand seit Herbst 2015.
08.09.2017 06:31

Deutlichere Rückgänge bei den Wachstumsraten gab es bei den Exporten in die Europäische Union und vor allem Japan. Insgesamt zogen die Ausfuhren im August um 5,5 Prozent auf 199 Milliarden Dollar an, wie der Zoll am Freitag in Peking mitteilte. Dies ist der geringste Zuwachs seit Februar, als die Daten allerdings auch wegen des Neujahrsfests verzerrt waren. Zudem lag der Anstieg unter den Erwartungen der Experten.

Höher als erwartet fiel dagegen der Anstieg bei den Importen aus. Die Einfuhren legten um 13,3 Prozent auf 157 Milliarden Dollar zu. Von Bloomberg befragte Experten hatten mit einem Plus von 10 Prozent gerechnet. Hier sorgten vor allem die Importe aus der EU für eine Belebung. Auch die Einfuhren aus den USA zogen erneut deutlich an, wenn auch nicht mehr ganz so stark wie im Juli. Insgesamt lag das Wachstum bei den Importen aus den USA mit 18 Prozent aber deutlich über dem Anstieg bei den Exporten.

Da die Einfuhren aber im vergangenen Jahr besonders schwach waren, bleibt der Überschuss im Aussenhandel mit den USA weiter sehr hoch. Dieser zog im Vergleich zum Vorjahr um rund vier Prozent auf 26,2 Milliarden Dollar an und erreichte damit den höchsten Stand seit September 2015. Trump sieht in dem hohen Defizit im Handel mit China und auch Deutschland eines der grössten Probleme seiner Wirtschaft und will dieses mit aller Macht bekämpfen./zb/nas

(AWP)