Chinas Industrieproduktion startet unerwartet schwach ins 2. Quartal

(Ausführliche Fassung) - In China haben enttäuschende Daten zur Industrieproduktion Hinweise auf eine nachlassende Wachstumsdynamik geliefert. Für April meldete die Regierung in Peking einen unerwartet starken Dämpfer bei der Fertigung in der Industrie. Der Ausstoss der Industrieunternehmen sei im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent gestiegen, teilte die Regierung am Montag in Peking mit. Im März hatte die Industrieproduktion noch um 7,6 Prozent im Jahresvergleich zugelegt.
15.05.2017 10:37

Volkswirte hatte damit gerechnet, dass sich die Dynamik in der Industrie abschwächt. Für April waren sie aber von einem Produktionszuwachs um 7,0 Prozent ausgegangen. Zuletzt hatten mehrfach Konjunkturdaten darauf hingewiesen, dass die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt an Dynamik verlieren könnte.

"Jüngste Daten senden alle die gleiche Botschaft: Chinas Wirtschaft verliert im April spürbar an Schwung", kommentierte Experte Larry Hu vom Finanzdienstleister Macquarie Securities. Er sieht einen Zusammenhang mit jüngsten Bemühungen der politischen Führung in Peking, die Risiken für die Stabilität der Finanzmärkte einzudämmen. China leidet unter einer vergleichsweise hohen Verschuldung der Unternehmen.

Auch Analyst Charlie Lay von der Commerzbank verwies auf jüngste Daten aus der chinesischen Wirtschaft, die zuletzt mehrfach enttäuschend ausgefallen waren. So hatte es beispielsweise einen Dämpfer bei der Stimmung der Einkaufsmanager gegeben. Ausserdem hätten jüngste Importdaten enttäuscht. "Unserer Meinung nach dürfte das chinesische BIP-Wachstum im ersten Quartal bereits seinen Höhepunkt erreicht haben", sagte der Commerzbank-Experte./jkr/jsl/stb

(AWP)