Chinesische Erzeugerpreise steigen erneut deutlich - Auch Inflation zieht an

In China ziehen die Erzeugerpreise weiter stark an - und auch die Verbraucherpreise sind stärker gestiegen als zuletzt. Experten sehen daher derzeit keine Chance auf eine Lockerung der Geldpolitik, um die Wirtschaft zu stützen. Volkswirte sehen derzeit aber grösstenteils ohnehin keine Gefahr eines starken Wachstumsrückgangs, auch wenn sich die Wirtschaft im laufenden Quartal etwas schwächer als zuletzt entwickelt.
09.11.2017 06:33

Die Verbraucherpreise seien im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent gestiegen, teilte das nationale Statistikamt am Donnerstag in Peking mit. Experten hatten mit einem Plus von 1,8 Prozent gerechnet. Die Inflation beschleunigte sich damit im Vergleich zum September wieder etwas, liegt aber weiter hinter den Regierungsvorgaben von drei Prozent zurück. Dies ist ein Hinweis auf eine anhaltende eher schwache Nachfrage der Konsumenten.

Weiter stark nach oben geht es dagegen mit den Erzeugerpreisen. Diese zogen im Oktober wie schon im September im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent an. Von Bloomberg befragte Experten hatten im Durchschnitt mit einem Plus von 6,6 Prozent gerechnet. Die Preise, die Hersteller für ihre Produkte erhalten, bewegen sich mittlerweile wieder auf höherem Niveau, nachdem sie wegen hoher Überkapazitäten in der chinesischen Industrie lange Zeit gefallen waren. Diese sind inzwischen zurückgefahren worden.

Zudem verschärfte die Regierung zuletzt zum Teil die Umweltauflagen für einige Branchen wie Aluminium- oder Stahlhersteller, um die Luftverschmutzung zu begrenzen. Dies drückt ebenfalls auf die Produktionsmöglichkeiten und stützt damit die Preisentwicklung auf Herstellerebene. China steht gegenwärtig vor zahlreichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Dazu zählen die kontrollierte Rückführung der extrem hohen Kreditvergabe, die gesteuerte Abkühlung des Immobilienmarkts und die Fortführung der angestossenen Neuausrichtung des Wirtschaftsmodells./zb

(AWP)