Commerzbank schliesst Strafzinsen für Privatkunden weiterhin aus

Strafzinsen für Privatkunden sind für die deutsche Commerzbank nach wie vor kein Thema. "Wir verlangen im Privatkundengeschäft keine Negativzinsen und haben dies auch in Zukunft nicht vor", sagte der Privatkundenchef Michael Mandel der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
10.09.2017 13:58

Kein normaler Mensch verstehe, warum Sparen auf einmal Geld kosten solle. "Darum machen wir da nicht mit", sagte Mandel. Die Commerzbank hat 12,6 Millionen Privatkunden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) verlangt von Banken, die Geld bei der Notenbank parken, derzeit einen Strafzins von 0,4 Prozent. Die Kosten dafür geben etliche Institute schon länger an Unternehmenskunden weiter. Auch vermögende Privatkunden müssen bei einigen Instituten bereits Strafzinsen auf hohe Guthaben zahlen.

Nach einer aktuellen Umfrage der deutschen Notenbank und der Finanzaufsicht will künftig jedes vierte Kreditinstitut in Deutschland Negativzinsen auf Kundeneinlagen erheben. Einlagen von Privatkunden seien jedoch nur bei jedem zwölften Institut betroffen - gesetzt den Fall, dass das Zinsniveau sich nicht noch weiter verschlechtert.

Den Instituten brechen wegen des Zinstiefs Erträge weg, darum drehen sie an der Gebührenschraube und geben zum Teil auch Strafzinsen weiter. Mandel betonte, die Commerzbank könne ihren Kurs in dieser Frage noch "sehr lange durchhalten".

(AWP)