Credit Suisse geht auch weiterhin von einem starken Franken aus

(Meldung ausgebaut)
14.12.2016 10:05

Zürich (awp/sda) - Die Credit Suisse geht davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft auch längerfristig mit einem starken Franken leben muss. Dieser habe nämlich strukturelle Gründe, die sich nicht so schnell ändern würden.

Die Grossbank Credit Suisse diagnostiziert der Schweiz in ihrem am Mittwoch publizierten "Monitor Schweiz" die so genannte "holländische Krankheit". Demnach ist der Franken stark, weil die Schweiz wie die Niederlanden über einige wenige sehr erfolgreiche Exportbranchen verfügt.

In der Schweiz sind das die Pharmaindustrie, die Uhrenindustrie, der Rohstoffhandel und die Finanzdienstleistungen. Sie sorgen mit ihrem Exportboom für die Frankenstärke, ohne jedoch selbst darunter allzu stark zu leiden. Die Credit Suisse folgert daraus, dass solange diese Branchen erfolgreich bleiben auch der Franken stark bleibt.

Mit diesem Befund stellt sich die Grossbank gegen die sonst übliche Ansicht, dass der Franken überbewertet sei. Im Gegenteil: Er zeige nur ökonomisch korrekt die Stärke der Exportwirtschaft an, wenn auch nur für einen Teil der Branchen.

Aus dieser Analyse leitet die Credit Suisse auch ab, dass die Politik kaum Mittel habe, die Frankenstärke zu verhindern. Der Schweizerischen Nationalbank (SNB) rät sie, sich lediglich auf die Bekämpfung von temporären Überbewertungen zu beschränken.

UNVERÄNDERTE WACHSTUMSPROGNOSEN

Folgerichtig geht die Grossbank denn auch davon aus, dass die SNB im kommenden Jahr einen stärkeren Franken akzeptieren wird und weniger am Devisenmarkt interveniert. Eine Erhöhung der Leitzinsen sei jedoch 2017 noch kein Thema, heisst es in der Mitteilung. Bei der Konjunkturprognose für die Schweiz nimmt die Credit Suisse keine Änderung vor. Sie geht nach wie vor von einem Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr von 1,5% aus.

cp/

(AWP)