Credit Suisse sagt für 2017 eine weitere Mietzinssenkung voraus

(Ausführliche Fassung)
02.12.2016 15:35

Zürich (awp/sda) - Die Credit Suisse hat für die Mieterinnen und Mieter in der Schweiz gute Nachrichten. Die Grossbank geht nämlich davon aus, dass 2017 das Angebot von Mietwohnungen erneut steigt und die Mieten weiter sinken.

Die Credit Suisse erwartet, dass im kommenden Jahren der hypothekarische Referenzzinssatz ein weiteres Mal sinkt, wie sie in ihrem am Freitag publizierten Immobilienmonitor Schweiz schreibt. Der Durchschnittszinssatz sei nämlich bis Anfang Dezember auf 1,67% gefallen. Damit sei er nur noch 0,045 Prozentpunkte vom nächsten Schwellenwert entfernt, bei dem der Referenzzinssatz gesenkt werden muss.

Mieterinnen und Mieter können demnach 2017 auf tiefere Mietzinsen hoffen. Die Credit Suisse erwartet, dass der Schwellenwert im Juni des kommenden Jahres erreicht werden wird.

Gleichzeitig steigt für Wohnungssuchende gemäss der Grossbank auch das Angebot. Denn obwohl weniger Leute eine Mietwohnung suchten, würden nach wie vor massenhaft neue Wohnungen gebaut. Dieses auch 2017 anhaltende Überangebot werde nicht nur den bisherigen Anstieg der Mietpreise bei Neubauwohnungen stoppen, sondern auch die Auswahl erhöhen.

MIETER IM VORTEIL

Im kommenden Jahr sitzen die die Mieter an einem nochmals längeren Hebel, schreibt die Credit Suisse. Wohnungsknappheit werde nur noch in den grossen Zentren herrschen.

Weder rosig noch düster fällt der Ausblick der Credit Suisse für die Hauskäufer und -besitzer in der Schweiz aus. Ihnen stehe ein relativ geruhsames Jahr voraus, heisst es im Bericht. Die Credit Suisse geht davon aus, dass sich sowohl in der Deutschschweiz wie in der Westschweiz die bisherigen Preisentwicklungen verlangsamen.

In der Deutschschweiz würden sich 2017 demnach die Immobilienpreise nur noch mässig erhöhen, während in der Romandie die Preise nicht mehr so stark fallen. Im landesweiten Durchschnitt werden laut der Prognose die Immobilienpreise stabil bleiben.

GEGEN LOCKERUNG DER KREDITBEDINGUNGEN

In ihrem Bericht zum Immobilienmarkt bezieht die Credit Suisse auch klar Stellung gegen eine Lockerung der Vergabekriterien für Hypotheken.

Sollten nämlich die Kriterien für die Vergabe von Hypotheken tatsächlich gelockert werden, steige die Gefahr einer Preisblase am Immobilienmarkt, schreibt die Credit Suisse. Es liege jedoch im Interesse aller, dass sich die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen nachhaltig entwickelten.

Die Grossbank reagiert damit auf eine Forderung des Raiffeisen-Chefs Patrik Gisel, der Anfang September eine Senkung des kalkulatorischen Zinssatzes gefordert hat. Mit diesem Zinssatz wird berechnet, wie hoch die Zinsbelastung und damit die Hypothek für einen Schuldner maximal sein kann, damit dieser nicht in Schwierigkeiten gerät.

Mit der Senkung wollte Gisel erreichen, dass Banken künftig auch an weniger begüterte Schuldner eine Hypothek vergeben können mit dem wohl erwünschten Nebeneffekt, dass die Banken das nach wie vor lukrative Hypothekengeschäft weiter ausbauen können.

Die bisherigen Reaktionen aus der Branche sind jedoch negativ. Wie jetzt die Credit Suisse hat sich auch die UBS gegen eine Lockerung der Kreditbedingungen ausgesprochen. Für die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist eine Senkung des kalkulatorischen Zinssatzes sogar ein Tabu.

cf/

(AWP)