CS-CFA-Indikator sinkt im April gegenüber dem hohen März-Wert

Analysten sind im April für den Schweizer Konjunkturverlauf etwas pessimistischer gestimmt als noch im März. So ist der CS-CFA-Indikator, der die Experten-Erwartungen für die kommenden sechs Monate misst, im April gegenüber dem allerdings sehr hohen Vormonatswert um 7,4 auf +22,2 Punkte zurückgegangen.
26.04.2017 10:30

Trotz der Abschwächung im April deute der Indikator immer noch auf eine äusserst optimistische Konjunkturerwartung hin, schreiben die CS und die CFA Society Switzerland am Mittwoch. Denn schliesslich liege er, vom Vormonat abgesehen, auf dem höchsten Stand seit Februar 2014.

Zu beachten gelte es dabei, dass die Umfrage vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich durchgeführt wurde und womöglich noch grössere politische Risiken einkalkuliert worden seien, heisst es weiter.

Die aktuelle Wirtschaftslage in der Schweiz schätzen 30% der Befragten positiv ein, was die höchste Prozentzahl seit dem Frankenschock im Januar 2015 darstellt. Wie im Vormonat beurteilen 70% der Befragten die Wirtschaftslage weiterhin als "normal".

Mit Blick in die Eurozone und in die USA erwartet ein Grossteil der Befragten (65,4% bzw. 53,8%) keine Veränderung der wirtschaftlichen Situation. Diese wird für die USA aber nur noch von 50% der befragten Analysten als "gut" eingeschätzt, im März waren es noch 73,1%.

Keinen weiteren Anstieg erwarten die Analysten bei der Inflationsrate. Nachdem im März sowie in den Monaten davor noch die Mehrheit einen Anstieg der Inflationsrate in sechs Monaten in der Schweiz, der Eurozone und den USA prognostiziert hatte, geht inzwischen die Mehrheit (65,4%, 61,5% und 53,8%) von gleichbleibenden Inflationsraten in allen drei Regionen aus.

Beim EUR/CHF-Wechselkurs ist der Anteil der Analysten, der einen abwertenden Franken gegenüber dem Euro in den nächsten sechs Monaten erwartet, von 20% im März auf 33% im April angestiegen. Dabei ist die Differenz zwischen dem Anteil der Analysten, die einen stärkeren Franken erwarten, und jenen, die von einem schwächeren Franken ausgehen, von 29,1 Punkten im Februar auf 0,0 Punkte im März und schliesslich auf -14,8 Punkte im April gesunken.

Nachdem der EU-Unterstützer Emmanuel Macron sich mit 24% den ersten Platz und die Favoritenrolle für die Wahl zum französischen Präsidenten gesichert hatte, legte der Euro gegenüber dem Franken zu. Derzeit kostet ein Euro 1,085 CHF, vor der ersten Wahlrunde pendelte er zwischen 1,06 und 1,07 CHF.

Derweil gehen 59,3% der befragten Finanzanalysten von einer Abwertung des Franken gegenüber dem US-Dollar aus, was ein Anstieg im Vergleich zum März bedeutet (48%).

Die Umfrage wurde von der Credit Suisse und der CFA Society Switzerland zwischen dem 10. und 21. April durchgeführt. Früher war der Index von der CS in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelt worden.

mk/cf

(AWP)