CS-Einkaufsmanagerindex steigt auf höchsten Stand seit 2011

Die Schweizer Wirtschaft dürfte laut einem wichtigen Frühindikator an Fahrt gewinnen. Die Schweizer Einkaufsmanager haben sich im letzten Monat so zuversichtlich wie zuletzt im Februar 2011 gezeigt: Der sogenannte Purchasing Manager's Index (PMI, saisonbereinigt) stieg im Juni gegenüber dem Vormonat um 4,5 auf 60,1 Zähler.
03.07.2017 10:00

PMI-Werte über 60 seien bisher nur in den Boomzeiten der Industrie erreicht worden, schreibt die Credit Suisse in einer Mitteilung vom Montag. Sie errechnet den Index zusammen mit procure.ch. Der hohe Wert im Juni übertraf die Erwartungen von Experten markant: Von AWP befragte Ökonomen hatten einen Wert zwischen 55,8 und 56,3 Punkten vorhergesagt.

PRODUKTION AUF HOCHTOUREN

Diverse Subkomponenten des PMI zeigen laut Mitteilung ein erfreuliches Bild. So konnte insbesondere die Produktion gesteigert werden. Die entsprechende Subkomponente schnellte um 10,0 auf 63,4 Zähler empor und erreichte den höchsten Wert seit Juli 2010.

Die CS warnt allerdings davor, einen Monatswert überzubewerten. So sei im Juni nur ein geringer Abbau der Verkaufslager zu beobachten gewesen, was auf eine gewisse Überproduktion hindeute. Andererseits notiere die Subkomponente Produktion schon seit beinahe zwei Jahren oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Zudem stiegen die Auftragsbestände.

ARBEITSMARKTERHOLUNG GEWINNT AN FAHRT

Die gute Industriekonjunktur dürfte in den Augen der Einkaufsmanager auch die Beschäftigung ansteigen lassen. So machte die Subkomponente Beschäftigung im Juni einen Sprung auf überdurchschnittlich hohe 58,1 Zähler von 51,8 Punkten im Mai.

In den beiden Vormonaten hatte der Frühindikator PMI noch nachgegeben. Dennoch deutet er nun seit Januar 2016 durchgehend mit über 50 Punkten auf eine wachsende Wirtschaft hin. Seit Monaten bewegt er sich zudem über seinem langjährigen Durchschnitt von 53,7 Punkten.

Wie der Industrie-PMI konnte auch der PMI für den Dienstleistungsbereich im Juni zulegen. Er kletterte von 62,6 auf 63,0 Zähler. Auch er weist damit einen historisch hohen Stand auf und bewegt sich deutlich oberhalb der Wachstumsschwelle.

Der PMI gehört gemeinsam mit dem KOF-Konjunkturbarometer zum wichtigsten Vorlaufindikator für die Schweizer Wirtschaftsentwicklung. Auch laut jenem Indikator stehen die Zeichen auf Wachstum: Im Juni stieg das Barometer um 3,5 Punkte auf 105,5 Zähler und lag damit klar über dem langfristigen Mittelwert.

tuo/rw

(AWP)