CS-Ökonomen rechnen für 2018 mit Belebung der Büroflächennachfrage

(Meldung ausgebaut) - Überangebot, steigende Leerstände und sinkende Mietpreise: Im Schweizer Büroimmobilienmarkt harzt das Geschäft schon seit Jahren. Nun zeichnet sich aber eine leichte Verbesserung der Marktlage ab. Dank einer Beschleunigung der Schweizer Wirtschaft erwarten die Ökonomen der Credit Suisse für das Jahr 2018 eine Belebung der Büroflächennachfrage.
07.12.2017 16:04

Anzeichen einer Stabilisierung habe es bereits 2017 gegeben, schreiben die Experten in der am Donnerstag veröffentlichten Studie "Büroflächenmarkt Schweiz 2018". Allerdings müsse diese noch als fragil betrachtet werden. Denn sowohl die Mietpreisdaten als auch die Angebotsquoten reflektierten nicht die ganze Wahrheit.

Man habe beispielsweise beobachtet, dass gewisse Flächen im Zuge des wachsenden Überangebots nicht mehr oder nur noch partiell ausgeschrieben würden, geben die Studienautoren zu bedenken. Werde dies aber berücksichtigt, präsentiere sich das Bild nicht mehr ganz so hoffnungsvoll.

Hinzu kommt, dass aufgrund der tiefen Finanzierungskosten, der Renditespreads und der mangelnden Anlagealternativen Investitionen in Büroimmobilienprojekte weiterhin sehr attraktiv seien. Angesichts des unverändert hohen Angebotsniveaus und der nur verhaltenen Nachfrageimpulse stelle dies eine Gefährdung für die Stabilisierung des Schweizer Büroimmobilienmarktes dar.

Die Hoffnungen ruhten daher ganz auf der Erholung der Schweizer Wirtschaft im Jahr 2018 und darauf, dass diese die Flächennachfrage ausreichend zu stimulieren vermag.

"TERTIARISIERUNG" DER INDUSTRIE STÜTZT

Die Signale vom Arbeitsmarkt sind jedenfalls vielversprechend. So stieg die Beschäftigung in den klassischen Bürobranchen im ersten Halbjahr 2017 den Angaben zufolge um 1,0%. Gestützt werde der Jobaufbau von der "Tertiarisierung" der Industrie. Gemeint ist damit, dass immer mehr Tätigkeiten mit Dienstleistungscharakter bei Industriefirmen Einzug halten.

Laut den CS-Experten verzeichneten denn auch die Unternehmensdienstleistungen neben der Versicherungsbranche jüngst das höchste Beschäftigungswachstum. Eine Beitrag zu dieser positiven Dynamik würden auch der Gesundheitssektor und die öffentlichen Dienste leisten.

Zuversichtlich stimmt zudem, dass die Anzahl der neu in die Schweiz gesiedelten Firmen gemäss der Studie im vergangenen Jahr erstmals seit 2007 nicht mehr gesunken, sondern sogar leicht gestiegen ist.

NUR ZWISCHENZEITLICHE ENTSPANNUNG

Diese Effekte haben bereits Spuren hinterlassen. So reduzierte sich die Summe der von der CS erfassten leer stehenden Büroflächen gegenüber dem Vorjahr um knapp 7%. Vor allem in den Kernstädten der Grosszentren seien Leerstände abgebaut worden.

Dies dürfte die Lage aber nur zwischenzeitlich etwas entspannen. Denn nach zwei Jahren relativer Ruhe stellen die CS-Experten bereits wieder eine Beschleunigung der Projektierungsaktivitäten neuer Büroflächen fest.

cp/uh

(AWP)