CS setzt im zweiten Halbjahr 2018 auf Schweizer Aktien

Aktien und insbesondere Schweizer Dividendenpapiere versprechen gemäss der Credit Suisse auch im zweiten Halbjahr 2018 Kurssteigerungspotenzial. Treiber für die Aktienhausse sei trotz gestiegener Risiken die weiterhin robuste Weltwirtschaft, sagte Michael Strobaek, Global Chief Investment Office der Credit Suisse, anlässlich der Präsentation der sogenannten "House View" für das zweite Semester 2018 am Mittwoch.
13.06.2018 12:45

"Wir erwarten, dass die robuste und synchrone Erholung der Weltwirtschaft anhält", sagte Strobaek. Ein Grossteil der neuen Dynamik werde von Europa ausgehen, zeigt sich der Experte zuversichtlich. Davon profitieren auch Schweizer Unternehmen.

Die Wachstumsdynamik wird gemäss Strobaek selbst bei einem weiteren Straffen der geldpolitischen Zügeln durch die Zentralbanken anhalten.

Seitens der Schweizerische Nationalbank (SNB) erwartet er, dass sie ihre Negativzinspolitik allmählich zurückfahren und im ersten Quartal 2019 eine erste Zinserhöhung vornehmen werde. Damit würde sie ein Quartal früher als die Europäische Zentralbank (EZB) - diese dürfte dies gemäss Strobaek erst Mitte 2019 tun - die Zinsen anheben.

Strobaek sieht den globalen Wirtschaftzyklus zwar schon weit fortgeschritten. Eine Rezession, die viele Marktbeobachter für Mitte 2020 in Aussicht stellen, hat er aber nicht in sein Szenario einfliessen lassen. Gestört werden könnten die positiven Perspektiven einzig durch handelspolitische und andere politische Auseinandersetzungen.

Energie, Technologie und Finanzen bevorzugt

Anleger dürften im weiteren Jahresverlauf 2018 von positiven Renditen auf risikobehafteten Anlagen profitieren, lautet Strobaeks Fazit. Entsprechend bevorzugt er Aktien. Der regionale Fokus der Credit Suisse liege bei Aktien der Schwellenländer, britischen Titeln sowie neu auch bei Schweizer Aktien, ergänzte er. Die bevorzugten Sektoren umfassen Energie, Technologie und Finanzdienstleister. Als Diversifikation würden sich ausserdem Rohstoffe anbieten, so Strobaek weiter.

Im weiteren legte Nannette Hechler-Fayd'herbe, Leiterin Investment Strategy & Research, Rechenschaft ab über die Performance der vor einem Jahr lancierten fünf langfristige Anlagenthemen. Diese als "Supertrends" bezeichneten Themen hätten im ersten Jahr positive Ergebnisse geliefert und den Gesamtmarkt um 3,3 Prozent übertroffen. Dabei hätten drei der fünf Themen die breiten Marktindizes geschlagen, so die Strategin weiter.

Die fünf Themen mit einem Horizont von drei bis fünf Jahren sind Unzufriedene Gesellschaften, Infrastruktur, Technologie im Dienst der Menschheit, Silver Economy und Werte der Millenials. Die Supertrends, die teilweise um weitere Subthemen erweitert wurden, seien weiterhin integraler Bestandteil der Credit Suisse "House View", sagte Hechler-Fayd'herbe.

sig/cf

(AWP)