Dänische Wirtschaft in Corona-Quartal stark eingebrochen

Die dänische Wirtschaftsleistung ist in der Corona-Krise deutlich zurückgegangen. Der Einbruch im zweiten Quartal fiel aber weniger stark aus als in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nahm in den Monaten April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal um 7,4 Prozent ab, wie eine am Freitag veröffentlichte vorläufige Schätzung der dänischen Statistikbehörde zeigte.
14.08.2020 09:55

Nach Angaben der Statistiker stellte dies den heftigsten Rückgang seit Beginn der Auswertung vierteljährlicher Zahlen Anfang der 1990er Jahre dar. In der Finanzkrise hatte das stärkste Minus im Schlussquartal 2008 bei 2,4 Prozent gelegen. Im ersten Quartal 2020, in dem Dänemark Mitte März weitgehende Corona-Beschränkungen eingeführt hatte, betrug der Rückgang 2,0 Prozent.

Zugleich wies die Statistikbehörde darauf hin, dass der jetzige Rekordeinbruch geringer ausfiel als in der EU insgesamt. In Deutschland war die Wirtschaftsleistung einer ersten Schätzung zufolge im zweiten Quartal 2020 um 10,1 Prozent zurückgegangen. Die Schweden, die in der Corona-Krise ihre Schulen, Geschäfte und Restaurants offen gelassen hatten, meldeten in der vergangenen Woche einen geschätzten Einbruch um 8,6 Prozent.

Andere EU-Mitgliedstaaten wie Spanien und Italien hatten noch grössere Rückgänge zu verkraften. Für Grossbritannien, das die Europäische Union zwar Ende Januar verlassen hat, bis Jahresende aber noch zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion zählt, lag dieser Einbruch gar bei 20,4 Prozent./trs/DP/jha

(AWP)