Deutsche Bundesbank erwartet deutlich geringere Inflation

FRANKFURT (awp international) - Die Bundesbank hat ihre Erwartungen an die Inflation in Deutschland deutlich gesenkt. Wegen des starken Rückgangs der Ölpreise sei für dieses Jahr eine nach europäischen Standards ermittelte Inflationsrate (HVPI) von durchschnittlich ein Viertel Prozent zu erwarten, heisst es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. Im Dezember war die Bundesbank noch von einer Inflationsrate von 1,1 Prozent ausgegangen. Für 2017 wurde die erwartete Inflation von 2,0 auf Eindreiviertel Prozent verringert.
15.02.2016 12:40

Die Bundesbank begründet ihre Prognoseänderung mit der Entwicklung der Ölreise, die in den vergangenen Wochen weiter stark gefallen sind. Sie unterscheidet einerseits zwischen direkten Auswirkungen auf die Verbraucherpreise, etwa wegen fallender Heizöl- und Kraftstoffpreise. Hinzu kommen indirekte Preiseffekte auf Waren und Dienstleistungen, weil bei deren Herstellung oder Bereitstellung fast immer Energie verbraucht werde.

Ausserdem könnten sich Zweitrundeneffekte ergeben, falls fallende Öl- und Verbraucherpreise zu geringeren Inflationserwartungen oder Lohnanstiegen führten. Im Vergleich zu den sonstigen indirekten Effekten führten Zweitrundeneffekte über einen längeren Zeitraum zu geringeren Inflationsraten. "Dafür gibt es gegenwärtig in Deutschland keine Anhaltspunkte."/bgf/jkr

(AWP)