Deutsche Bundesbank erwartet Fortsetzung des kräftigen Wirtschaftswachstums

(Ausführliche Fassung) - Die deutsche Wirtschaft kann nach Einschätzung der Bundesbank ihr hohes Tempo vorerst halten. "Das kräftige Wachstum der deutschen Wirtschaft wird sich im Frühjahr 2017 wohl fortsetzen", heisst in dem am Montag veröffentlichten aktuellen Monatsbericht der Notenbank. In den ersten drei Monaten war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach ersten Berechnungen kräftig um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen. Ende 2016 hatte Europas grösste Volkswirtschaft moderater um 0,4 Prozent zugelegt. Die Steuerpläne der US-Regierung unter Donald Trump könnten sich allerdings negativ auf die Konjunktur auswirken, schrieb die Notenbank.
22.05.2017 13:13

Nach Einschätzung der Bundesbank wird die Industrie auch im Zeitraum zwischen April und Juni von der regen Nachfrage aus dem In- und Ausland profitieren. Dafür spreche unter anderem die zuversichtliche Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe. Nach Angaben des Ifo-Institutes hatte sich die Laune in der deutschen Wirtschaft im April weiter verbessert.

Positive Impulse dürften der Notenbank zufolge auch vom Privatkonsum kommen. Die Verbraucher sind dank der historisch günstigen Lage auf dem Arbeitsmarkt in Kauflaune. "Der Bausektor wird wohl weiter florieren, und die Dienstleistungsbranchen dürften ihren Expansionskurs ebenfalls fortsetzen", hiess es im Monatsbericht.

Boomende Exporte, Unternehmensinvestitionen, die Konsumfreude der Verbraucher und Ausgaben des Staates hatten die deutsche Wirtschaft in den ersten drei Monaten des Jahres nach Angaben des Statistischen Bundesamtes angetrieben. Endgültige Daten will die Wiesbadener Behörde an diesem Dienstag (8.00 Uhr) veröffentlichen.

Die von der US-Regierung geplanten drastischen Steuersenkungen könnten sich der Bundesbank zufolge allerdings negativ auf Deutschlands Wirtschaft auswirken. Dem positiven Impuls einer steigenden Nachfrage aus den USA stehe aus Sicht anderer Länder ein negativer Effekt durch eine weltweit steigende Inflation infolge eines starken Dollar gegenüber, heisst es im Monatsbericht.

"In einigen Ländern könnte der Gesamteffekt auf das Bruttoinlandsprodukt sogar negativ ausfallen." Dies treffe einer Modellrechnung zufolge unter anderem auf Deutschland sowie auf die meisten übrigen Volkswirtschaften des Euroraums zu. Die Bundesbank wies allerdings darauf hin, dass die konkrete Ausgestaltung der Reformpläne sowie deren politische Umsetzbarkeit bislang noch in den Sternen stehe./mar/tos/jsl/DP/jsl

(AWP)