Deutsche-Bundesbank-Vorstand Dombret will Bankenaufsicht aus EZB heraustrennen

FRANKFURT (awp international) - Die Deutsche Bundesbank will die Bankenaufsicht aus der Europäischen Zentralbank (EZB) wieder heraus trennen. "Um potentielle Interessenkonflikte zwischen der Rolle der EZB in der Geldpolitik und der in der Bankenaufsicht gar nicht erst aufkommen zu lassen, schlage ich es vor, diese beiden Funktionen perspektivisch zu trennen", sagte der für Bankenaufsicht zuständige Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Donnerstagausgabe). Am Freitag, dem 4. November, jährt sich die Verantwortung der EZB für die Bankenaufsicht im Euroraum zum zweiten Mal.
02.11.2016 17:03

Nach Ansicht von Dombret können die Ziele der Geldpolitik und Bankenaufsicht auseinanderlaufen. Die derzeit sehr niedrigen Zinsen stellten für Banken und Sparkassen eine umso grössere Herausforderung dar, je länger es anhalte und je abrupter der Ausstieg aus der Niedrigzinsphase erfolgen würde. Dombret hält es für denkbar, dass für die Preisstabilität ein niedriger Zins besser wäre, aber aus Sicht der Bankenaufseher ein höherer.

Das deutsche Bankensystem hält Dombret trotz des Ertragsdrucks durch die niedrigen Zinsen für stabil. Jedoch erwartet er Probleme, sollte die Niedrigzinsphase noch länger fortbestehen./jsl/he

(AWP)