Deutsche Industrie im Aufschwung: Stärkster Auftragseingang seit 2014

(Ausführliche Fassung) - Die deutsche Industrie hat im Dezember nach einem schwachen Vormonat wieder deutlich mehr Aufträge erhalten. Wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte, lagen die Aufträge saison- und arbeitstäglich bereinigt 5,2 Prozent über dem Niveau vom November. Dies ist der stärkste Zuwachs im Monatsvergleich seit Juli 2014. Volkswirte hatten nur einen leichten Zuwachs um 0,7 Prozent erwartet. Im Dezember verzeichneten die Industriebetriebe überdurchschnittlich viele Grossaufträge.
06.02.2017 10:27

Der starke Auftragseingang im Dezember folgt auf einen Dämpfer von korrigiert 3,6 (zunächst 2,5) Prozent im November. Im Dezember stiegen die Aufträge sowohl aus dem In- wie aus dem Ausland. Der Zuwachs aus dem Inland war mit 6,7 Prozent deutlich höher als aus dem Ausland mit 3,9 Prozent.

STARKER ANSTIEG IM BEREICH "SONSTIGER FAHRZEUGBAU"

Nach Gütergruppen wurden im Dezember wesentlich mehr Investitionsgüter bestellt. Die Aufträge für Vorleistungs- und Konsumgüter gingen hingegen zurück.

Experte Ralph Solveen von der Commerzbank erklärte den unerwartet starten Auftragseingang im Dezember mit der Entwicklung in dem Bereich "sonstiger Fahrzeugbau", in dem auch die besonders schwankunganfälligen Aufträge aus der Flugzeugindustrie enthalten sind. Würde man diesen Sektor aus dem gesamten Ordereingang herausrechnen, dann habe es nur einen Anstieg um etwa ein halbes Prozent im Monatsvergleich gegeben, sagte Solveen.

MINISTERIUM: TREND BEI DEN BESTELLUNGEN ZEIGT NACH OBEN

Nach Einschätzung der Bundesregierung zeigt der Trend bei den Bestellungen allerdings weiterhin nach oben. "Im Zweimonatsvergleich November/Dezember gegenüber September/Oktober ergab sich ein Anstieg der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe um 1,3 Prozent", hiess es in einer Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums.

Für das Schlussquartal 2016 meldete das Wirtschaftsministerium einen Anstieg beim Auftragseingang um 4,3 Prozent im Quartalsvergleich. "Dies signalisiert eine weitere Belebung der Industriekonjunktur im Winterhalbjahr."

EXPERTE: TROTZ BREXIT UND TRUMP LEGT INDUSTRIE WEITER ZU

Der Chefvolkswirt der ING-Diba Bank, Carsten Brzeski, zeigte sich ebenfalls optimistisch für die Entwicklung in der deutschen Industrie. Trotz des Brexits und der Unsicherheiten durch den neuen US-Präsidenten Donald Trump zeigen die Auftragsdaten, dass die deutsche Industrie im ersten Quartal des laufenden Jahres weiter zulegen kann./jkr/jsl/fbr

(AWP)