Deutsche Industrie startet schwach ins vierte Quartal

(Ausführliche Fassung)
07.12.2016 09:56

WIESBADEN (awp international) - Die deutsche Industrie hat im Oktober zwiespältige Signale ausgesendet. Auf sehr robuste Auftragsdaten vom Dienstag folgten am Mittwoch eher enttäuschende Produktionsdaten. Zwar stieg die Gesamtproduktion nach Daten des Statistischen Bundesamts zum Vormonat um 0,3 Prozent. Das lag jedoch unter den Markterwartungen von plus 0,8 Prozent. Zudem folgte der Zuwachs auf einen deutlichen Rückgang im September, der nach neuen Daten mit 1,6 Prozent etwas geringer ausfiel als ursprünglich gemeldet.

Das Bundeswirtschaftsministerium zeigte sich wenig begeistert von den Daten. "Insgesamt ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe damit zögerlich ins vierte Quartal gestartet", heisst es in einer Mitteilung. Die Perspektiven werden allerdings gut bewertet. Die besseren Auftragseingänge, die leicht verbesserte Weltkonjunktur und die günstigere Stimmung deuteten auf eine "gewisse Belebung" der Industriekonjunktur hin, urteilte das Ministerium.

Den stärksten Zuwachs gab es im Oktober im Baugewerbe, dessen Ausstoss um 1,7 Prozent anstieg. Die Industrieproduktion, also die Herstellung industrieller Waren, stieg dagegen nur geringfügig um 0,1 Prozent. Der Energiesektor belastete das Gesamtergebnis mit einem Rückgang der Aktivität um 0,5 Prozent. Im Jahresvergleich stieg die Gesamtproduktion um 1,2 Prozent, nach plus 1,3 Prozent im September.

Die Produktion habe eher enttäuscht, kommentierte Commerzbank-Analyst Ralph Solveen die Daten. "Allerdings lassen die kräftig gestiegenen Auftragseingänge und die bessere Stimmung der Unternehmen erwarten, dass die Produktion in den kommenden Monaten deutlich zulegen wird." Am Dienstag hatte das Statistische Bundesamt einen aussergewöhnlich starken Anstieg der Neuaufträge um 4,9 Prozent zum Vormonat gemeldet. Dies lässt normalerweise einen um wenige Monaten verzögerten Produktionsanstieg erwarten./bgf/stb/fbr

(AWP)