Deutsche Inflation auf höchstem Stand seit Juli 2013 - Energie teurer

(Ausführliche Fassung) - Steigende Energiepreise haben die Inflation in Deutschland Ende 2016 auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren getrieben. Die Verbraucherpreise kletterten im Dezember um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Dies ist der stärkste Anstieg seit Juli 2013. Die Behörde bestätigte damit wie erwartet eine erste Schätzung. Im Vergleich zum November legte die Inflation um 0,7 Prozent zu.
18.01.2017 11:35

Deutlich mehr als im Vorjahr mussten Verbraucher vor allem für Heizöl (plus 21,9 Prozent) und fürs Tanken zahlen (6,0 Prozent). In den ersten elf Monaten waren die Energiepreise gegenüber dem Vorjahr noch gesunken. Auch Nahrungsmittel wurden in der Advents- und Weihnachtszeit teurer (plus 2,5 Prozent).

Für 2016 insgesamt errechnete das Statistische Bundesamt eine durchschnittliche Preissteigerung von 0,5 Prozent. Von Januar bis November hatten die Raten durchweg unterhalb von 1 Prozent gelegen, vor allem wegen niedriger Energiepreise. Deutlich günstiger waren im Jahresschnitt Heizöl (minus 16,9 Prozent), auch fürs Tanken, für Gas und Fernwärme mussten die Verbraucher weniger zahlen. Die Strompreise stiegen dagegen um 0,6 Prozent.

Die nach europäischen Standards errechnete Inflationsrate (HVPI) für Deutschland lag im Dezember um 1,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Binnen Monatsfrist ging es um 1,0 Prozent nach oben. Für das Gesamtjahr errechneten die Statistiker einen Wert von 0,4 Prozent.

Die HVPI-Rate ist massgeblich für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt mittelfristig für den gesamten Euroraum eine Inflation von knapp unter 2,0 Prozent an. Weil dieses Ziel seit Jahren verfehlt wird, versucht die EZB, mit viel billigem Geld nachzuhelfen. Angesichts der steigenden Inflation wächst der Druck auf die Währungshüter, den Geldhahn allmählich wieder zuzudrehen.

Allerdings hatte die EZB erst im Dezember ihr Kaufprogramm für Staatsanleihen und Unternehmenspapiere um neun Monate bis mindestens Ende 2017 verlängert - wenn auch ab April etwas vermindert mit 60 Milliarden statt 80 Milliarden Euro monatlich./mar/DP/jkr

(AWP)