Deutsche Stahlbranche in Sorge wegen Handelsschranken in den USA

Nach der Drohung des künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit Strafzöllen gegen die Autoindustrie fürchtet Deutschlands Stahlbranche mögliche neue Handelsschranken im wichtigen Exportland USA. "Protektionismus ist die falsche Antwort auf die Herausforderungen für die globale Stahlindustrie", erklärte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, am Mittwoch in Düsseldorf. Der Wechsel in der US-Administration verstärke die Sorgen der deutschen Produzenten um die globale Handelspolitik.
18.01.2017 12:51

Rund ein Viertel der deutschen Stahlexporte ausserhalb der EU gingen in die USA und das Land sei ein wichtiger Abnehmer für stahlintensive Produkte wie Autos oder Maschinen. Auch ein US-Konflikt mit anderen Stahllieferanten etwa in Asien würde indirekt Europa treffen, weil in einem solchen Fall Handelsströme auf europäische Märkte umgeleitet werden könnten. Die Lage der deutschen Hersteller sei angesichts der hohen Überkapazitäten in China, der Unsicherheiten in den USA und Grossbritannien und möglicher Verschärfungen im Handel mit EU-Verschmutzungsrechten "unverändert bedrohlich".

Für 2017 erwartet die deutschen Stahlbranche allerdings eine leichte Erholung mit einer Rohstahlproduktion von 42,7 Millionen Tonnen (plus ein Prozent)./rs/DP/stb

(AWP)