Deutsche Verarbeiter beklagen starken Preisanstieg bei Stahl

Deutschlands stahlverarbeitende Industrie beklagt einen deutlichen Anstieg der Stahlpreise und teilweise lange Lieferzeiten. So sei etwa der Preis des Referenzprodukts Warmbreitbandstahl innerhalb eines Jahres von 330 auf 570 Euro pro Tonne hochgeschossen, teilte der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) am Montag in Düsseldorf mit. Rohstoffe für die Stahlerzeugung wie Erz und Kokskohle hätten sich weltweit verteuert. Deshalb könnten die verarbeitenden Betriebe kaum auf günstigere Anbieter ausweichen. "Unsere Unternehmen haben einen Materialkostenanteil von durchschnittlich 60 Prozent und werden daher mit voller Wucht von dieser Entwicklung getroffen", sagte WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer laut einer Mitteilung.
06.03.2017 12:07

Bei einigen Stahlerzeugnissen wie verzinkten Blechen gebe es Berichte über lange Lieferzeiten und Versorgungsprobleme. Die verarbeitende Industrie sei besorgt, dass Antidumpingmassnahmen der EU gegen ausländische Importe die Situation in den kommenden Monaten noch verschärfen könnten. Der Stahl und Metall verarbeitenden Industrie gehören rund 5000 meist familiengeführte Betriebe an, die nach Verbandsangaben mehr als 400 000 Menschen beschäftigen. Sie beliefern unter anderem die Auto- und Bauindustrie sowie den Maschinenbau./rs/DP/jha

(AWP)