Deutsche Versicherer mussten 2015 mehr für Unwetter zahlen

Berlin (awp/sda/afp) - Die deutschen Versicherer haben im vergangenen Jahr wieder mehr Geld für Schäden durch Sturm, Hagel oder Starkregen zahlen müssen. Die Schadenbilanz stieg von knapp zwei Milliarden Euro im Jahr 2014 auf fast 2,6 Milliarden Euro.
06.10.2016 13:38

Besonders Sturm- und Hagelschäden nahmen zu, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Der Gesamtschaden fiel allerdings noch deutlich niedriger aus als im Jahr 2013 mit 7,2 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr schlägt allein die Unwetterserie im Frühsommer bereits mit 1,2 Milliarden Euro zu Buche. Laut Verband ist zudem erkennbar, dass sich der Wechsel von Jahren mit hohen und niedrigen Schäden verkürzt.

Im vergangenen Jahr richtete allein der Wintersturm "Niklas" im März Gebäudeschäden von 750 Millionen Euro an. Er zählte damit laut GDV zu den fünf schwersten Winterstürmen in Deutschland seit 1997. Die Unwetterfront "Siegfried" sorgte im Juli 2015 mit starkem Hagel in Westdeutschland für rund 300 Millionen Euro Fahrzeugschäden. Die Gesamtzahl der Sturm- und Hagelschäden stieg im Vergleich zum Jahr 2014 um 75 Prozent.

Von den Gesamtschäden von 2,6 Milliarden Euro entfielen 1,9 Milliarden Euro auf die Sachversicherer und 700 Millionen Euro auf die Kfz-Versicherer. Die Natur habe 2015 "wieder einmal eindrucksvoll" gezeigt, "worauf wir uns einstellen müssen", erklärte GDV-Präsident Alexander Erdland.

Er mahnte zudem die Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens an. Dieses biete die Chance, den Klimawandel zu stoppen. "Wenn wir die Risiken beherrschbar halten wollen, dann müssen wir jetzt alles tun, damit das Zwei-Grad-Ziel eingehalten wird", erklärte Erdland. Steigende Schäden seien kein Naturgesetz.

Das Abkommen sieht die Begrenzung der Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad, höchstens aber zwei Grad Celsius sowie das Erreichen von Treibhausgasneutralität bis Mitte des Jahrhunderts vor. Das UN-Klimasekretariat hatte am Mittwoch bestätigt, dass genug Ratifizierungsurkunden vorliegen, damit das vereinbarte UN-Klimaabkommen in 30 Tagen tatsächlich in Kraft treten kann.

(AWP)