Deutsche Wirtschaft sieht Entspannung im Russland-Geschäft

MOSKAU (awp international) - Die deutsche Wirtschaft sieht im Russland-Geschäft trotz Krise und Sanktionen positive Entwicklungen. Der günstige Rubelkurs fördere Investitionen, sagte Matthias Schepp, Chef der deutsch-russischen Auslandshandelskammer (AHK) in Moskau. Der Wechselkurs des Rubel zum Euro war in den vergangenen 2 Jahren um rund 50 Prozent eingebrochen. "Das ist einer der Hauptgründe, warum deutsche Unternehmen vermehrt investieren", sagte Schepp der Deutschen Presse-Agentur am Freitag.
21.10.2016 18:25

Nach Angaben der Bundesbank haben deutsche Firmen im ersten Halbjahr 2016 fast so viel in Russland investiert wie im gesamten Vorjahr. Demnach betrugen die Direktinvestitionen zwischen Januar und Juni 1,73 Milliarden Euro. 2015 lagen sie insgesamt bei 1,78 Milliarden Euro, wie die AHK mitteilte.

"Wenn das politische Risiko durch die Krisen in der Ukraine und Syrien nicht deutlich gestiegen wäre, könnten die Zahlen noch höher sein", meinte Schepp. Die russische Regierung versuche viel, um Unternehmen anzulocken - etwa mit Sonderinvestitionsverträgen. Diese Verträge geben ausländischen Firmen unter anderem gleichberechtigen Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen.

Zugleich verpflichtet die Regierung die Unternehmen aber, einen Grossteil ihrer Produktion in Russland anzusiedeln. Debatten über mögliche neue Sanktionen des Westens wegen Russlands Militärintervention in Syrien wollte Schepp nicht kommentieren./tjk/DP/tos

(AWP)