Deutscher Aussenhandel startet schwach in Jahresendspurt - Exporte gesunken

(Ausführliche Fassung)
09.12.2016 12:40

WIESBADEN (awp international) - Die Schwäche des Welthandels und sinkende Nachfrage aus der Europäischen Union haben die deutsche Exportwirtschaft im Oktober gebremst. Die Ausfuhren verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent auf 101,5 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Weniger Waren "Made in Germany" gingen sowohl in EU-Länder als auch in Staaten ausserhalb der Union. Die Importe verringerten sich um 2,2 Prozent auf 82,2 Milliarden Euro.

Der Branchenverband BGA sprach von einem "miesen" Start des deutschen Aussenhandels in das Schlussquartal. "Die Oktober-Zahlen zeigen deutlich, wie abhängig die deutschen Unternehmen von einem stabilen internationalen Wirtschaftsumfeld sind", erklärte BGA-Präsident Anton Börner. Die internationale Unruhe auch in der Politik hinterlasse Spuren. Als ein Beispiel nannte Börner die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen (Brexit-Votum).

Zuletzt rechnete der BGA für dieses Jahr mit einem leichten Plus der Ausfuhren von maximal zwei Prozent auf 1220 Milliarden Euro. In den ersten zehn Monaten stiegen die Exporte um 0,3 Prozent auf 1001,9 Milliarden Euro.

Auch gegenüber dem Vormonat sorgten die Zahlen für Enttäuschung. Zwar legten die Ausfuhren binnen Monatsfrist um 0,5 Prozent zu. Volkswirte hatten jedoch mit einem Anstieg von 0,9 Prozent gerechnet. Der Export als einstiger Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft komme nach wie vor nicht richtig in Schwung, erklärte ING -Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski.

Für Verunsicherung sorgte nach Einschätzung des Ifo-Instituts zuletzt auch die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. Die Unternehmen erwarten den Angaben zufolge einen langsameren Anstieg der Ausfuhren. Trump war im Wahlkampf gegen Freihandel zu Felde gezogen./mar/DP/stb

(AWP)