Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen sinken weniger als erwartet

(Ausführliche Fassung) - Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Oktober weniger als erwartet eingetrübt. Eine Stimmungswende zeichnet sich aber noch nicht ab. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fiel um 0,3 Punkte auf minus 22,8 Zähler, wie das Institut am Dienstag in Mannheim mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf minus 26,4 Punkte gerechnet.
15.10.2019 12:40

Deutlicher verschlechtert hat sich die Beurteilung der aktuellen Lage. Die Bewertung verschlechterte sich um 5,4 Punkte auf minus 25,3 Punkte. Dies ist der niedrigste Wert seit April 2010.

"Die jüngst erzielte Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China scheint derzeit nicht zu einer Verringerung der Konjunkturskepsis führen", kommentiert ZEW-Präsident Achim Wambach. Die Unternehmen würden weiterhin von einer sich verschlechternden Konjunktur ausgehen.

"Die Stimmungswende wurde nochmals aufgeschoben", kommentierte Ralf Umlauf, Analyst bei der Landebank Hessen-Thüringen (Helaba). Eine unmittelbare Aufhellung der konjunkturellen Perspektive zeichne sich noch nicht ab. Angesichts der zuletzt erkennbaren "Silberstreife am Horizont" bei Brexit- und Zollverhandlungen sollten die Konjunkturerwartungen jedoch allmählich ihr Tief durchschreiten.

Verschlechtert haben sich auch die Konjunkturerwartungen für die Eurozone. Sie fielen um 1,1 Punkte auf minus 23,5 Punkte. Die Beurteilung der aktuellen Lage fiel im Währungsraum um 10,8 Punkte auf minus 26,4 Punkte.

Der Euro gab nach den Daten ein wenig nach und fiel auf ein Tagestief von 1,1007 US-Dollar. Die Kurse deutscher Bundesanleihen legten etwas zu. Die Kursausschläge hielten sich jedoch in Grenzen./jsl/bgf/mis

(AWP)