Deutschlands Sparer fürchten sich vor Preisanstieg

In Deutschland sind Sorgen um die Inflation nichts Neues. In letzter Zeit haben drei deutsche Zeitungen Artikel veröffentlicht, in denen sie ihre Leser warnten, dass deren Erspartes bei einem Preisauftrieb in Gefahr ist.
24.10.2016 06:45
Eine starke Inflation wäre schlecht für Sparer.
Eine starke Inflation wäre schlecht für Sparer.
Bild: pixabay.com

In aller Regel wird die übergrosse Sensibilität der Deutschen beim Thema Inflation psychologisch erklärt: Es geht um die Erinnerungen an die Hyperinflation Anfang des 20. Jahrhunderts. Doch das ist nicht alles.

Wenn man sich die historischen Realzinsen anschaut - also was man auf seine Ersparnisse bekommt, bereinigt um die tatsächliche Inflationsrate -, dann wird klarer, warum die Deutschen besorgt sein dürften.

Seit September 1968, als die entsprechende Datenreihe der Bundesbank begann, waren die Realzinsen in Deutschland in 309 Monaten negativ, in 209 Monaten positiv und in 58 Monaten lagen sie bei null. In anderen Worten: Deutsche Sparer haben in den vergangenen 48 Jahren grösstenteils Geld verloren.

Der durchschnittliche reale Zinssatz über den gesamten Zeitraum hinweg war in der Tat negativ - er lag bei minus 0,16 Prozent.

(Bloomberg)