Devisen: Draghi-Aussagen beflügeln Euro gegenüber US-Dollar - Stabil zum Franken

Der Euro hat am Dienstag durch zuversichtlichere Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi gegenüber dem US-Dollar Aufwind bekommen. Die europäische Gemeinschaftswährung wird am frühen Nachmittag mit 1,1268 US-Dollar gehandelt. Vor den Aussagen von Draghi hatte der Euro noch unter 1,12 Dollar notiert.
27.06.2017 13:57

Zum Franken hat der Euro dagegen nur kurzzeitig angezogen auf ein bisheriges Tageshoch bei 1,0895 CHF. Aktuell steht er bei 1,0880 CHF hingegen wieder in etwa auf seinem Niveau vom Morgen. Der US-Dollar kommt zeitgleich zum Franken etwas deutlicher auf 0,9656 CHF zurück, nachdem er im frühen Handel noch bei 0,9721 CHF gestanden hatte.

Draghi hat sich in einer Rede zuversichtlich mit Blick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung gezeigt. Die Inflation werde derzeit zwar noch durch zumeist temporäre Faktoren gebremst. Die Inflation werde aber früher oder später anziehen. Eine mögliche "Anpassung" der Geldpolitik müsse vorsichtig erfolgen.

Die Aussagen sprechen nach Einschätzung von UniCredit-Ökonom Marco Valli dafür, dass die EZB eine schrittweise Rückführung der milliardenschweren Anleihekäufe im September ankündigen könnte.

Zudem werden sich im weiteren Tagesverlauf mehrere US-Notenbanker zu Wort melden, darunter Fed-Chefin Janet Yellen. Zuletzt hatten sich einige Fed-Mitglieder für ein langsameres Straffungstempo ausgesprochen. "Vor diesem Hintergrund rückt die Rede von Yellen zweifellos in den Fokus", schrieb Thu Lan Nguyen, Expertin bei der Commerzbank. "Sollte sich Yellen ähnlich vorsichtig wie ihre Kollegen zeigen, wäre mit keiner nennenswerten Marktreaktion zu rechnen - was zugegebenermassen am wahrscheinlichsten erscheint. Doch sollte sie nur den kleinsten Hinweis in Richtung eines Zinsschrittes im September geben, dürfte der Dollar profitieren."

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(AWP)