Devisen: Japanischer Yen und Franken legen deutlich zu

FRANKFURT (awp international) - Der japanische Yen hat nach dem Brexit-Votum zu wichtigen Währungen massiv an Wert gewonnen - ebenso der Schweizer Franken. Anleger flüchteten nach jüngsten Hochrechnungen, die die Befürworter eines Austritts Grossbritanniens aus der Europäischen Union (EU) vorne sehen, panikartig in die als sicherer Hafen geltende japanische Währung, hiess es aus dem Handel. Notenbankchef Haruhiko Kuroda signalisierte am Morgen Handlungsbereitschaft.
24.06.2016 07:38

Besonders stark gewann die japanische Währung zum Pfund. Zwischenzeitlich kostete ein Pfund nur noch 133,31 Yen. Damit ist der Pfundkurs zum Yen am Freitag um über 14 Prozent abgestürzt, im Gegenzug war der Yen zum Pfund so viel wert wie zuletzt im Dezember 2012. Zuletzt lag der Kurs des Pfund bei 136 Yen.

Auch zu anderen Währungen legte der Yen massiv zu. Zum Dollar war die japanische Währung so viel wert wie zuletzt 2013, der Dollarkurs fiel im Gegenzug zwischenzeitlich unter 100 Yen bis auf 99,02 Yen. Das war der tiefste Stand seit November 2013. Zuletzt lag er bei 101 Yen. Zum Euro stieg der Yen auf den höchsten Wert seit Dezember 2012. Ein Euro kostete zwischenzeitlich nur noch 109,57 Yen. Zuletzt lag der Euro bei 111 Yen.

Japans Notenbank hat unterdessen Handelsbereitschaft signalisiert. "Wir stehen bereit, um die Märkte mit genügend Liquidität zu versorgen", teilte Japans Notenbankchef Kuroda am Morgen in einer E-Mail mit. Die sechs grossen Notenbanken werden laut Kuroda alles in ihrer Macht stehende tun, um die Märkte liquide zu halten.

Unter deutlichem Aufwertungsdruck steht am Morgen auch der Schweizer Franken. So hat er gegenüber Euro und Pfund deutlich zugelegt. So ist der Euro unter 1,07 gefallen und kostet mit zuletzt 1,0692 CHF so viel wie zuletzt im August vergangenen Jahres. Das Pfund ist zum Franken auf den tiefsten Stand seit Januar 2015 abgerutscht.

Ökonomen wie Karsten Junius von J Safra Sarasin und auch Thomas Stucki, CIO bei der St.Galler Kantonalbank, gehen davon aus, dass die Schweizerische Nationalbank bereits am Devisenmarkt aktiv ist, um dem Aufwertungsdruck bei Franken entgegenzuwirken. Bei der SNB selbst wollte man sich auf Anfrage von AWP nicht äussern, stellte aber eine Stellungnahme in Aussicht.

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(AWP)