Draghi: EZB wird Mini-Inflation nicht tatenlos zusehen

FRANKFURT (awp international) - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird der anhaltend niedrigen Teuerung im Euroraum nicht tatenlos zusehen. "Je länger die Inflation zu niedrig ist, umso grösser ist die Gefahr, dass sich die Inflation nicht automatisch wieder dem Ziel annähert", sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag bei einer Konferenz in Frankfurt. Draghi betonte, die Notenbank werde nicht vor der niedrigen Inflation kapitulieren: "Wenn wir den Willen haben, unser Ziel zu erreichen, dann haben wir auch die Mittel dazu."
04.02.2016 09:51

Die EZB strebt für den Euroraum mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Doch obwohl die Notenbank ihre Geldflut erst im Dezember ausgeweitet hat, ist die Inflation weiterhin extrem niedrig. Im Januar lag die Rate bei 0,4 Prozent. Dauerhaft niedrige Preise gelten als Gefahr für die Konjunktur: Verbraucher und Unternehmen könnten Investitionen aufschieben, weil sie weiter sinkende Preise erwarten.

Draghi hatte zuletzt Hoffnungen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik geweckt. Der EZB-Rat werde den Anti-Krisen-Kurs bei der nächsten Sitzung am 10. März überprüfen und gegebenenfalls anpassen, hatte Draghi vor drei Wochen betont: "Der EZB-Rat ist fähig, entschlossen und willens zu handeln."

Es sei eine Herausforderung, eine einheitliche Geldpolitik für 19 wirtschaftlich sehr unterschiedliche Staaten im Euroraum zu machen, räumte Draghi am Donnerstag ein. "Aber diese Herausforderungen können gemildert werden. Sie rechtfertigen nicht Untätigkeit."/ben/DP/jkr

(AWP)