Draghi sieht Konjunkturgefahren und relativiert Schwellenländerrisiken

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, sieht Gefahren für den Aufschwung in der Eurozone. Zugleich relativierte der EZB-Chef bestehende Risiken durch den Protektionismus oder in den Schwellenländern. Diese Wachstumsrisiken würden gemildert durch die konjunkturelle Stärke im Währungsraum, sagte Draghi am Donnerstag auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Zinsentscheidung der EZB.
13.09.2018 15:11

Zuletzt hatte vor allem eine Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China immer wieder die Sorge vor einem Abflauen der Weltwirtschaft geschürt. In den vergangenen Woche kamen ausserdem schwere Kursturbulenzen bei Währungen von wichtigen Schwellenländern hinzu. Starke Verluste gab es unter anderem bei der türkischen Lira und beim argentinischen Peso. Ausserdem leidet die indische Rupie. Wegen steigender Zinsen in den USA war die indische Währung auf ein Rekordtief zum Dollar gefallen.

Argentinien und die Türkei seien nicht substantiell für die Entwicklung der Weltwirtschaft, schränkte Draghi ein. Allerdings verwies der Notenbankchef auf Kursschwankungen an den internationalen Finanzmärkten, die durch die Änderung der Geldpolitik führender Notenbanken zu beobachten seien. Nach Einschätzung von Draghi ist der Protektionismus der wichtigste Unsicherheitsfaktor für die konjunkturelle Entwicklung./jkr/bgf/

(AWP)