Ein Drittel aller Schweizer weisen Vorsorgelücken auf

Zürich (awp) - Die private Vorsorge wird laut einer Studie von einem Drittel der Bevölkerung vernachlässigt. Aufgrund fehlenden Wissens besteht vor allem bei Geringverdienern, tieferen Bildungsschichten und Frauen die Gefahr von Vorsorgelücken im Alter, wie der Finanzdienstleister Moneypark in einer Mitteilung vom Montag schreibt.
20.06.2016 09:40

Die von GfK durchgerführte Umfrage ergibt ein geschlechterspezifisch geteiltes Bild der Vorsorgesituation: Zwar verfügen rund zwei Drittel der Männer über eine private Vorsorge, bei den Frauen sind es aber nur gut die Hälfte, die neben der gesetzlichen Vorsorge zusätzliche Säule 3a oder 3b Vorsorgeinstrumente nutzen.

Beide Geschlechter bevorzugen innerhalb der privaten Vorsorge am ehesten eine Säule 3a aufgrund der steuerlichen Begünstigungen. Frauen tendieren jedoch überproportional zu Säule 3b Lösungen. Als möglichen Grund dafür nennt die Umfrage die berufliche Situation der Vorsorgenden. Weil Säule 3a Lösungen nur Erwerbstätigen und Arbeitslosen mit Taggeldanspruch zur Verfügung stehen, sind beispielsweise Hausfrauen davon ausgeschlossen.

Der nicht vorsorgende Teil der Bevölkerung begründet laut Moneypark die fehlende Vorsorge am häufigsten durch zu wenig Wissen. Frauen schätzen ihr Wissen zum Thema Vorsorge demnach geringer ein als Männer. Jede dritte Frau gibt an, zu wenig über die private Vorsorge zu wissen, wohingegen nur jeder fünfte Mann von sich sagt, dass er zu wenig vom Thema Vorsorge versteht. Männer würden zudem stärker dazu tendieren, ihr verfügbares Vermögen privat anzulegen und keine regulierte Vorsorgeformen zu nutzen.

Neben den Frauen sind aber vor allem die untersten Einkommensschichten mit einem Haushaltseinkommen von weniger als 4'500 CHF überdurchschnittlich von einer fehlenden privaten Vorsorge betroffen. Schuld daran sei neben fehlendem Wissen auch das nicht vorhandenen Kapital. Obwohl schon kleinere monatliche Sparbeträge aufgrund des Zinseszinseffekts als Vorsorgemassnahme taugten, würden dennoch fast 70% der untersten Einkommensschichten auf eine private Vorsorge verzichten, heisst es.

Im Hinblick auf die einkommensschwache Bevölkerung sei daher davon auszugehen, dass im Alter kaum ein ausreichendes Einkommen erzielt werden könne. Der starke Anstieg der Ergänzungsleistungen in den letzten Jahren sei daher nicht verwunderlich.

sta/uh

(AWP)