Erneut schlechter Winter für Bündner Bergbahnen

Nach einem Märzgeschäft zum Vergessen zeichnet sich für die Bündner Bergbahnen erneut eine katastrophale Wintersaison ab. Zusammen mit der letzten Wintersaison dürfte die diesjährige zu den Schlechtesten der letzten 15 Jahre zählen.
05.04.2017 15:55

Noch ist die Wintersaison 2016/17 nicht zu Ende und wie die Bergbahnen jedes Jahr betonen, wird erst am Schluss abgerechnet. Dennoch erwartet die Branche bereits jetzt ein Wintergeschäft "auf Vorjahresniveau oder höchstens leicht darüber", wie die Branchenorganisation Bergbahnen Graubünden am Mittwoch mitteilte.

Das ist eine Hiobsbotschaft, war doch die letzte Saison die schlechteste seit 15 Jahren. Die aktuelle Prognose stützt sich auf die kumulierten Zahlen bis Ende März.

Die Bergbahnen transportierten 2,1% weniger als in der überaus schwachen Vorjahressaison, 7,5% weniger Gäste als im Fünf-Jahres-Durchschnitt und 14% weniger als im Durchschnitt der letzten neuen Jahre. Das Resultat ist ein Transportumsatz 7,9% unter dem fünfjährigen Schnitt.

Da die diesjährige Saison wegen späterer Ostern zumindest in den grossen Wintersportgebieten länger dauert als die letzte, hoffen die Bergbahnen mindestens noch aufzuholen auf die Saison 15/16. Grosse Sprünge erwartet die Branche als Ganzes aber nicht mehr, da viele kleinere und mittlere Bergbahnen die Saison Anfang April beendeten.

SONNE ABER KEIN SCHNEE

Den Grund für den miserablen Geschäftsverlauf sieht der Branchenverband im Wetter. Zwar dürften sich die Bergbahnen für einmal nicht über fehlenden Sonnenschein beklagen, doch habe ein weiteres Mal der natürliche Schnee gefehlt und damit das Winterfeeling. Zudem motivierten ab Ende Februar frühlingshafte Witterungsbedingungen nicht zu Ausflügen in den Schnee.

Die Folge der warmen Temperaturen war ein äusserst schwacher März mit Eintritten von 21% unter dem - recht starken - Vorjahresmonat und immer noch 14% unter dem Fünf-Jahres-Schnitt. Das wirkte sich verheerend auf die kumulierten Zahlen der ganzen Saison aus.

Der Winter werde seine Spuren bei den Bündner Bergbahnen hinterlassen, schrieb der Branchenverband. Die Unternehmen seien gefordert. Es gelte nun zu optimieren und Wege zu suchen, um kostengünstiger zu produzieren. Andererseits dürften Erneuerungen und Ersatzinvestitionen nicht vernachlässigt werden, da ansonsten die Wettbewerbsfähigkeit leide.

(AWP)