EU-Kommission hebt Wachstumsprognosen deutlich an

Die Europäische Kommission hat ihre Wachstumsprognose für die Eurozone und viele Mitgliedsländer teils deutlich angehoben. Wie die Kommission am Donnerstag mitteilte, erwartet sie in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum im Euroraum von 2,2 Prozent. Dies wäre der höchste Zuwachs seit zehn Jahren. Im Frühjahr war die Kommission noch von 1,7 Prozent ausgegangen. Für das kommende Jahr wurde die Prognose von 1,8 auf 2,1 Prozent angehoben. Für 2019 werden 1,9 Prozent veranschlagt.
09.11.2017 11:01

EU-Vizepräsident Valdis Dombrovskis sagte, die Wirtschaft entwickele sich insgesamt gut. "Wirtschaft und Beschäftigung wachsen robust, die Investitionen ziehen an und die öffentlichen Defizite und Schuldenstände gehen allmählich zurück." Es bestünden jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedsländern, insbesondere am Arbeitsmarkt. Währungskommissar Pierre Moscovici äusserte, nach fünf Jahren moderater Erholung habe sich das Wachstum in Europa beschleunigt.

Wegen der teils erheblichen Unterauslastung am Arbeitsmarkt dürften die Löhne nur moderat steigen, erwartet die Kommission. Die Inflationsaussichten seien deshalb nach wie vor gedämpft. Erwartet werden Inflationsraten von 1,5 Prozent (2017), 1,4 Prozent (2018) und 1,6 Prozent (2019). Das liegt jeweils unterhalb des Preisziels der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp zwei Prozent. Die EZB hatte unlängst beschlossen, ihre Geldpolitik auch im kommenden Jahr sehr locker zu halten, das Tempo der Wertpapierkäufe bei einer deutlichen Verlängerung der Massnahme jedoch etwas zu verringern./bgf/tos/jha/

(AWP)