Europas Banken haben Finanzierungslücke von 159 Milliarden Euro

(Meldung neu mit Abschnitt zu Schweizer Instituten) - Europas Banken müssen nach einem Bericht der EU-Aufseher eine Finanzierungslücke von rund 159 Milliarden Euro stopfen. Diese Summe an stabilen Mitteln benötigen die Geldhäuser, um von 2018 an geltende Vorschriften zu erfüllen, wie die Regulierungsbehörde EBA am Dienstag in London mitteilte.
28.02.2017 18:19

Von den Instituten wird verlangt, dass ihre Refinanzierung auch in Krisenzeiten über einen längeren Zeitraum vollständig sichergestellt ist. Dies wird gemessen mittels einer sogenannten strukturellen Liquiditätsquote (NSFR), die ab dem kommenden Jahr mindestens 100 Prozent betragen soll.

Die Bankenregulierer werteten in ihrem Bericht Daten von 164 Instituten aus den EU-Ländern sowie Norwegen aus. Die NSFR-Quote ist ein wichtiger Bestandteil der verschärften internationalen Bankenregeln, in der Fachwelt "Basel III" genannt, die nach der Finanzkrise 2008 auf den Weg gebracht wurden. Geldhäuser sollen durch sie krisenfester werden.

Die Quote zielt darauf ab, eine zu grosse Abhängigkeit von kurzfristigen Refinanzierungen am Interbankenmarkt zu verhindern. Dieses Problem gilt als einer der Gründe für die Finanzkrise.

Die überwiegende Mehrheit der untersuchten Institute (80,6 Prozent) erfüllen dem Bericht zufolge bereits die Mindestanforderungen. In der Schweiz erfüllen von den 290 der Aufsichtsbehörde Finma unterstellten Banken Mitte 2016 nur 15 Institute die Mindestanforderungen nicht. Keine systemrelevante Bank gehört dabei zu dieser Gruppe. UBS, CS, ZKB, Raiffeisen und Postfinance weisen eine genügende Finanzierungsquote auf.

(AWP)