Eurozone bleibt auf leichtem Wachstumskurs - grosse Länderunterschiede

(Ausführliche Fassung)
12.02.2016 13:09

LUXEMBURG (awp international) - Trotz zunehmender Turbulenzen in der Weltwirtschaft ist das Wachstum in den 19 Euro-Ländern im Schlussquartal 2015 stabil geblieben. Von Oktober bis Dezember stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg in einer ersten Schätzung mitteilte. Auch im dritten Quartal hatte das Wachstum bei 0,3 Prozent gelegen. In den ersten beiden Quartalen des Jahres hatte die Wirtschaft im gemeinsamen Währungsgebiet mit 0,5 und 0,4 Prozent noch etwas stärker zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs das BIP von Oktober bis Dezember um 1,5 Prozent.

Zwischen den Euro-Ländern gab es deutliche Unterschiede. Deutschland lag mit 0,3 Prozent im Mittelfeld. Die grössten Wachstumsraten wiesen die Statistiker für Estland (1,2 Prozent) und die Slowakei (1,0 Prozent) aus. In zwei Ländern schrumpfte die Wirtschaftsleistung: in Finnland (-0,1 Prozent) und Griechenland (-0,6 Prozent). Das Mittelmeerland kämpft noch immer mit den Folgen der Schuldenkrise und rutschte nach -1,4 Prozent im dritten Quartal erneut in die Rezession.

WACHSTUM IN SPANIEN STABIL

Stabil zeigte sich das Wachstum in Spanien, Eurostat ermittelte im vierten Quartal wie schon im Vorquartal ein Plus von 0,8 Prozent. Zuvor war bekanntgeworden, dass das Land bei der Neuverschuldung das EU-Defizitziel von drei Prozent der Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr verfehlt hat. Das Defizit liege bei 4,5 Prozent, hiess es aus Madrid.

Ein weiteres europäisches Sorgenkind konnte sich leicht verbessern. In Portugal wuchs die Wirtschaft im Schlussquartal 2015 um 0,2 Prozent, während sie in drei Monaten davor noch stagniert hatte. Zwischen der EU-Kommission und der neuen Links-Regierung in Lissabon hatte es zuletzt vor allem Uneinigkeit über den Haushalt gegeben.

Im Durchschnitt aller 28 EU-Länder lag das Wachstum im Schlussquartal wie in der Eurozone bei 0,3 Prozent - im Verlauf des Jahres sind die Zuwachsraten damit kontinuierlich leicht gesunken. Vergleichsweise stark wuchs die Wirtschaftsleistung mit einem Prozent und mehr in Ungarn, Polen und Rumänien./rib/asa/DP/jsl

(AWP)