Eurozone: Geldmenge M3 wächst stärker - Kreditvergabe zieht an

FRANKFURT (awp international) - Das Wachstum der Geldmenge in der Eurozone hat sich im Mai stärker beschleunigt als erwartet. Die breit gefasste Geldmenge M3 sei zum Vorjahresmonat um 4,9 Prozent gewachsen, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt mit. Analysten hatten dagegen eine Rate von 4,8 Prozent erwartet, nachdem sie im Vormonat noch bei 4,6 Prozent gelegen hatte.
27.06.2016 10:37

Das Wachstum der enger gefassten Geldmenge M1 schwächte sich hingegen merklich ab. Die Rate fiel von 9,7 Prozent im April auf 9,1 Prozent im Mai. M1 gilt aufgrund seines hohen Anteils an kurzfristig verfügbaren Einlagen als guter Konjunkturindikator.

Die Kreditvergabe erholte sich wie schon in den Vormonaten von niedrigem Niveau aus weiter. An private Haushalte wurden 1,6 Prozent mehr Kredite vergeben als im Vorjahr. In April hatte der Anstieg noch bei 1,5 Prozent gelegen. Die Wachstumsrate der Kredite an Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors stieg von 1,2 Prozent im Vormonat auf 1,4 Prozent im Mai.

Die Europäische Zentralbank (EZB) versucht derzeit mit einer sehr lockeren Geldpolitik auch die Kreditvergabe zu stützen. Sie erhofft sich dadurch eine höhere Binnennachfrage, die auch zu steigenden Preisen führt. So vergibt die EZB seit Freitag auch neue Langfristkredite an die Banken, deren Konditionen an die Kreditvergabe der Geldhäuser geknüpft ist./jsl/bgf/stb

(AWP)