Eurozone: Stimmung bei Dienstleistern unbeeindruckt von Brexit-Votum

LONDON (awp international) - Die Stimmung im Dienstleistungssektor der Eurozone hat sich im Juli unbeeindruckt vom Brexit-Votum in Grossbritannien gezeigt. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex sei sogar leicht von 52,8 Punkten im Vormonat auf 52,9 Punkte gestiegen, wie das Forschungsinstitut Markit am Mittwoch nach einer zweiten Schätzung mitteilte. In einer ersten Schätzung war ein Rückgang auf 52,7 Punkte ermittelt worden. Volkswirte hatten eine Bestätigung dieser Zahl erwartet. Der Indexwert stieg damit weiter über die Expansionsschwelle von 50 Punkten und deutet damit auf Wachstum in dem Bereich hin.
03.08.2016 10:43

Einen überraschend starken Stimmungsdämpfer gab es allerdings in Spanien. Trotz des Rückgangs der Stimmung im Dienstleistungssektor sprachen Markit-Experten aber von einem nach wie vor "soliden Wachstum" der spanischen Wirtschaft, wobei die Umfragen für Juni und Juli sogar jeweils starke Verbesserungen bei der Bewertung der Beschäftigungslage gezeigt hätten. In Italien legte der Stimmungsindikator hingegen überraschend zu.

In Deutschland verbesserte sich der Indikatorwert im Vergleich zum Vormonat, allerdings etwas schwächer als in der Erstschätzung ermittelt. Es signalisiert weiterhin ein robustes Wachstum im Dienstleistungssektor. In Frankreich verbesserte sich die Stimmung der Dienstleister und der Indikator stieg deutlicher als erwartet über die Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Bereits am Montag hatte Markit einen Stimmungsdämpfer in den Industrieunternehmen der Eurozone gemeldet. Der Rückgang des entsprechenden Indikators war nach dem Brexit-Votum aber schwächer als befürchtet ausgefallen.

Der Gesamtindikator für die Eurozone, der sich auf die Industrie und den Dienstleistungssektor bezieht, verbesserte sich im Juli ebenfalls etwas. Hier meldete Markit einen Anstieg um 0,1 Punkte auf 53,2 Punkte, während in der ersten Schätzung zunächst ein Rückgang auf 52,9 Punkte ermittelt worden war.

"Die Daten zeigen, dass die Währungsunion keine grossartigen negativen Auswirkungen des Brexit-Votums Grossbritanniens befürchtet", kommentierte Chris Williamson, Chefvolkswirt von Markit die Daten. Allerdings rechnet er für das dritte Quartal nur mit einem "ausgesprochen mageren Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent".

Region/Index       Juli       Prognose           Juli           Juni


                         (endg)                          (vorl)

EURORAUM
Gesamt                 53,2          52,9           52,9          53,1
Dienste                 52,9          52,7           52,7          52,8
Verarb. Gew.          52,0          51,9           51,9          52,8

DEUTSCHLAND
Dienste                 54,4          54,6           54,6          53,7
Verarb. Gew.          53,8          53,7           53,7          54,5

FRANKREICH
Dienste                 50,5          50,3           50,3          49,9
Verarb. Gew.          48,6          48,6           48,6          48,3

ITALIEN
Dienste                 52,0           51,0           ---           51,9
Verarb. Gew.          51,2           52,5           ---           53,5

SPANIEN
Dienste                 54,1           55,2           ---           56,0
Verarb. Gew.          51,0           51,5           ---           52,2

(Angaben in Punkten. In Italien und Spanien werden keine vorläufigen Zahlen veröffentlicht.)

/jkr/tos/stb

(AWP)